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Jeder der mit der erzgebirgischen Mundart aufgewachsen ist, diese also spricht und versteht oder lange genug im Erzgebirge lebte, sollte keinerlei Schwierigkeiten haben erzgebirgisch zu lesen oder für sich individuell zu schreiben. Allerdings wird jedem, der schon einmal Schriftstücke verschiedener Mundartautoren in den Händen hielt, aufgefallen sein, dass es beträchtliche Unterschiede in der Schreibweise gibt. Das hat einen einfachen Grund: Eine Mundart wird gesprochen. Jede Region, jeder Ort, sogar jeder Mensch hat so mitunter seine eigene Aussprache und seine eigenen Ausdrücke. Hier Regeln einer einheitlichen Schreibung aufzustellen ist mithin kaum möglich und würde die an sich lebendige Mundart einschnüren. Zum anderen besteht die Schwierigkeit die Lautung mit den Buchstaben der hochdeutschen Schrift genügend wiederzugeben. Hierzu müsste eine Lautschrift verwendet werden. Diese sind aber den meisten kaum bekannt und behindert den Lesefluss eines mundartlichen Textes erheblich.

Hinweise zur erzgebirgischen Schreibung - Mundartschrift

Um nun den Spagat zwischen einer allgemeinen und verständlichen Schreibweise und einer möglichst genauen Angabe der Aussprache zu ermöglichen, werden mit dem Wörterbuch von erzgebirgisch.de beide Optionen vereint. Die eigentliche Schreibung der Wörter erfolgt unter Berücksichtigung einiger Hinweise mit den üblichen Schriftzeichen. Die individuellen Sprechweisen werden in einer vereinfachten Lautschrift den Stichwörter zugeordnet. Dem kundigen Sprecher ist es somit ohne weiteres möglich, die Wörter im Bezug auf seine individuelle Aussprache zu lesen. Für alle anderen bietet sich die Möglichkeit, auf die Lautschrift zurückzugreifen.

Die Schreibung erzgebirgischer Wörter lässt sich wie oben erwähnt nur schwer und unvollständig durch Regeln standardisieren. Dennoch sollen aus Gründen der Einheitlichkeit und Übersichtlichkeit einige Hinweise Beachtung finden.

Allgemein:

§1 Schriftzeichen: Für die Schreibung in Mundart (Mundartschrift) werden ausschließlich die Buchstaben der hochdeutschen Schrift (Standardschrift) verwendet.

§2 Wortbild: Es sollte versucht werden, dass hochdeutsche Schriftbild so weit wie möglich zu erhalten.

Vokalismus:

§3 Kennzeichnung langer Vokale: Lange Vokale werden nur dann gesondert hervorgehoben, wenn sich diese auffallend vom Hochdeutschen unterscheiden.

Stehen bereits in der Standardschrift die üblichen Dehnungsangaben -h und ie, so wird diese Schreibweise gemäß §2 bereits übernommen:

schlierig, dr Ziechl, geh fei weg, de Kih, de Schuh

Lange Vokale im Hochdeutschen, die in der Standardschrift ungekennzeichnet bleiben, sollten ebenfalls nicht gekennzeichnet werden. Dies gilt vor allem dann, wenn sich die anschließenden Konsonanten nicht ändern (diese bedingen oft die Dehnung).

dr Brud, dr Brodn

Nur wenn die Dehnung merklich vom Hochdeutschen abweicht, die nachstehenden Konsonanten verändert sind oder es überhaupt kein Gegenstück dazu gibt, so wird die Dehnung gesondert gekennzeichnet. Für die Vokale a, e, u und o gilt dabei die Dopplung aa, oo, ee, uu. Für i wird das übliche ie (langes i) eingesetzt.

§4 Kennzeichnung kurzer Vokale: Kurze Vokale werden nicht gesondert gekennzeichnet. Ergibt sich jedoch aus §2 eine Kennzeichnung aus der Standardschrift, so wird diese übernommen.

de Schwamme, kenne, de Kett

§5 Überkurze und entfallene Vokale: Überkurze oder entfallene Vokale werden nicht angeführt.

redn, dr Schlitn, is Ghern

Konsonantismus:

§6 Harte und weiche Mitlaute: Die Unterscheidung zwischen d, t und b, p wird zugunsten §2 aufrecht erhalten, obwohl diese Unterscheidung sprachlich nicht vorhanden oder vertauscht ist.

§7 Stimmloses s: Die gesonderte Kennzeichnung eines stimmlosen s erfolgt nur dann, wenn es eine Abweichung zur Schriftsprache vorliegt. Als Umschreibung wird das übliche sch verwendet.

dr Ste, aber: de Berscht, de Wurscht

§6 Nasale: Nasale werden nicht gesondert gekennzeichnet. Es werden indes sogar gemäß §2 nasal gesprochene Verkürzung von -gen und -chen zu -gn (statt zu -ng).

segn, dr Regn, de Aagn, dr Kuchn oder dr Kugn

Hinweise zur Lautschrift

Eine Möglichkeit Lautschrift anzugeben folgt in Kürze...

© Andreas Göbel 2010
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