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E wie Eigschnietne - Die sei enwedr aus Ardäppln odr aus Kließ[Übersicht] [Neues Stichwort]
Das schriftdeutsche "e" wird sehr häufig zum "a": assn (essen), is Gald (Geld), de Walt (Welt) usw. Langes "e" wird aber auch zu "i": gih wag (geh weg), blebb stieh (bleib stehen). Das tonlose "e" fällt häufig ganz unter den Tisch und wird im Wörterbuch fast immer weggelassen: hern (hören), Ghern (Gehirn).

eb  ob
 Iech wess net, eb se schu do sei. ... Ich weiß nicht, ob sie schon da sind.

ebackn  unfertig, es fehlt etwas [wörtlich zu Einback: es fehlt etwas zum Zwieback] <Adv.>
 Dar tut heit esu egebackn. ... Dem fehlt heute etwas.

ebber  vielleicht, eventuell
 S is ebber gar kaaner drham. ... Es ist vielleich gar keiner zuhause.

Ebrbudn, dr  Dachboden [wörtlich: Oberboden]
 Hul de Mannln vun Ebrbudn runnr! ... Hol die Weihnachtsfiguren (z.B Räuchermänneln) vom Dachboden runter!

Ebrdurf1  Oberdorf (ober Teil langestreckter oder geteilter Orte)
 Nee, dar wuhnt net in niedrn, dar wuhn im Ebrdurf. ... Nein, der wohnt nicht im niederen, der wohnt im Oberdorf.

Ebrdurf2  Oberdorf (Ortsteil von Stollberg) [gemeinden]
 Ebrdurf ... Oberdorf (Ortsteil von Stollberg)

echal  egal, 1. nicht relevant, nicht wichtig, 2. ständig, immer
 Dos is mir echal. ... Das ist mir gleichgültig.
 Echal eeundiesalbn. ... Das sind immer einunddieselben Leute.

ee-  ein- (Vorsilbe)

eefach  einfach
 eefach schie ... einfach schön

eefällig  einfältig
 Du eefällischer Dingrich! ... Du einfältiger Kerl!

Eefälligkät, de  Einfältigkeit; einfältiges Wesen, einfältige Art
 Loss mol die Eefälligkät sei! ... Lass mal diese Einfältigkeit sein!

Eel, is  das Öl
 de Eelsardine ... die Ölsardine

eemol1  ein (einziges) Mal
 Iech hob ner eemol geklingelt. ... Ich habe nur einmal geklingelt.

eemol2  einmal, als verstärkendes Partikel
 s is nu eemol gschehn ... es ist nun einmal geschehen

Eemr, dr  Eimer (auch Aamr)
 S is olles in Eemr. ... Es ist alles kaputt.

eene  eine
 Dos eene sah iech dr ... ... Das eine sag ich dir ...

eengsinnich  eigensinnig; genau nehmend
 Dar is abr ganz eengsinnich! ... Der ist aber ganz eigensinnig. Der nimmt es ganz genau.

eenig  einig
 eenig Vodrland ... einiges Vaterland

Ees, de  Öse
 Dar Fodn ward dorch die Ees gefadlt. ... Der Faden wird durch die Öse gefädelt.

eesilbch  einsilbig (wenn jemand nicht viel spricht)
 Dar is abr heit wiedr eesilbch. ... Er sagt aber heute nicht viel.

eeundiesalbn  einunddieselben
 Dos warn eeundiesalbn Eibrachr. ... Das waren einunddieselben Einbrecher.

eeweng  ein wenig [mengen]
 An dr Supp fahlt eweng Pfaffr. ... An der Suppe fehlt etwas Pfeffer. [mengen]

eewing  siehe eweng [mengen]

egal1  nicht relevant, nicht wichtig
 Dos is mir suwos von egal! ... Das ist mir völlig egal!

egal2  ständig, immer
 Die lossn mir egal de Luft raus, die Bleedn. ... Die lassen mir ständig die Luft (aus dem Fahrradreifen) raus, die Blöden!

Eggl  kleine Ecke, das Eckchen Sprachgebrauch
 Vorne rachts ims Eggl nim ... ... Vorne rechts um die Ecke rum ...
 Gab mor mol e Eggl von dein Kuung. ... Gib mir mal eine kleine Ecke von deinem Kuchen.

ehamm  nach Hause
 iech will ehamm ... ich will nach Hause

Ehlbung, dr  Ellenbogen; (bei gebeugtem Arm vorspringender) Knochenfortsatz der Elle am Ellbogengelenk
 Dar gebraucht seine Ehlbung. ... Der gebraucht seine Ellenbogen. (Der setzt sich rücksichtslos durch.)

ehm  eben (siehe ahm)
 Erscht gings huch, abr uhm gings wiedr ehm hie. ... Erst ging es hoch, aber oben ging es wieder eben hin.
 Mr kaa ehm net drinne stackn. ... Man kann eben nicht drin stecken.
 Iech hob bezohlt, nu sei mr abr ehm. ... Ich habe bezahlt, nun sind wir aber ausgeglichen.

ehnet  eh nicht
 Dos machst du doch ehnet ... ... Das machst du doch sowieso nicht…

ehrer  ehe er, bevor er
 Dar besst siech ehrer uff de Zung, als dassr siech entschuldscht. ... Der beißt sich eher auf die Zunge, als dass er sich entschuldigt.

Ehrndorf  Stadt Ehrenfriedersdorf

ehrsch  ehe es ...; bevor es ...
 Komm hemm, ehrsch finstr ward. ... Komm, wir gehen heim, ehe es (bevor es) dunkel wird.

ehse  ehe sie, bevor sie
 S war su schie ehse kam ... ... Es war so schön bevor sie kam ...

ei  ein- (Vorsilbe) [vorsilben]

Eibrachr, de  Einbrecher
 De Eibrachr hammse drwischt. ... Die Einbrecher haben sie geschnappt.

eibrockn1  hartes Brot oder Semmel in Kaffee oder Suppe aufweichen <Verb> [essen]
 Dos harte Brut kaste titschn odr eibrockn. ... Das harte Brot kannst du eintunken oder einbrocken.

eibrockn2  jemanden Ärger einhandeln <Verb>
 Dos hot ar siech salbr eigebrockt. ... An dem Ärger ist er selbst schuld.

eichnes  eigenes
 Mor vrstieht is eichne Wort net (Disko?) ... Man versteht das eigene Wort nicht.

eidusln  einschlafen; kurz wegnicken (siehe auch dusln) <Verb>
 Net eidusln an Lenkrod! ... Nicht einschlafen am Lenkrad!

eiern  euren
 Eiern Hund habtr wuhl net meh? ... Euren Hund habt ihr wohl nicht mehr?

Eigebind, is  Eingebinde; Patengeschenk
 Fraaste diech dee iebr dos Eigebind? ... Freust du dich denn über dieses Patengeschenk?

Eigeschnietne  Bratkartoffeln [wörtlich: eingeschnittene Kartoffeln oder Klöße]

eigezugn  eingezogen
 Uns hattn se zer gleichn Zeit eigezugn. ... Uns hatten sie zur gleichen Zeit (zum Militär) eingezogen.

eihuln  einholen <Verb>
 Gitt nor, mr warn eich schu eihuln. ... Geht nur, wir werden euch schon einholen.

eiju  ohja; aber ja
 Na wie dee? - Eiju! ... Wie geht es? - Ja, gut!

eikafn  einkaufen
 Denk an olles, wenn de eikafn gist! ... Denk an alles, wenn du einkaufen gehst!

eikehrn  (spontan) in eine Kneipe/ Gaststätte gehen (auch: bei jemanden vorbeischauen)
 Dusde mohl bei mir eikehrn! ... Ironische Einladung zu einem Besuch im Sinne: Dann bewirte ich dich mal! [vergnuegen]
 Haid kehr mor mohl ei! ... Heute gehen wir essen! [vergnuegen]

eiknixn  in die Knie gehen [zu einknicken] <Verb>

eikratzn  einschmeicheln <Verb>
 Nu willste diech wiedr eikratzn. ... Nun willst du dich wieder einschmeicheln.

eilechtn  einleuchten; verstehen; begreifen <Verb>
 Warim will dir dos net eilechtn? ... Warum will dir das nicht einleuchten? Warum willst du das nicht begreifen?

eilochn  einlochen; 1. ins Gefängnis bringen, einsperren; 2. einen Ball (Golf) in ein Loch spielen <Verb>
 Die Randalierer solltn se glei eilochn. ... Diese Randalierer sollten sie gleich einsperren.

eilodn  einladen; ein Fahrzeug beladen; jemand als Gast zu sich bitten <Verb>
 Mach fix beim Eilodn. ... Mach schnell beim Einladen.
 De Nachbarn missmor endlich mol eilodn. ... Die Nachbarn müssen wir endlich mal einladen.

eimarschiniert  mariniert (einmariniert) <Adjektiv>
 ... is gob eimarschinierten Harich un Runde. ... ... es gab marinierten Hering und Pellkartoffeln.

eimatschn <))  sich oder etwas unnütz dreckig machen <Verb>
 Musste dee die neiwaschne Hus glei eimatschn? ... Musst du denn die neu gewaschene Hose schon anziehen?

eimummln  sich warm einhüllen, warm anziehen <Verb> <)) [kleidung]
 Tu diech nor richtsch eimummln, dann frierste aa net. ... Hüll dich richtig warm ein, dann frierst du auch nicht.

einamme  einnehmen (Medikament); verdienen (Geld)
 Musst aa noch einamme! ... Du musst auch noch deine Medikamente einnehmen.
 Mir missn aa wiedr mol en einamme! ... Wir müssen auch wieder mal einen zusammen trinken.
 Wos werdr de eignomme homm? ... Was wird er denn verdient haben.

eirammln  anstossen <Verb> [wörtlich: einrammen]
 n Kopp eirammeln ... den Kopf anstossen

eireibn  einreiben <Verb>
 Musste wos einamme odr sollste eireibn? - Beeds! ... Musst du etwas einnehmen oder sollst du einreiben? - Beides!

eirickn  einschalten [wörtlich: einrücken (früher wurden Maschinen oft über Transmissionen mit Riemen angetrieben, zum Einschalten wurde dabei der Riemen von einer Scheibe auf die andere gerückt)]
 S ward dunkl, rick ner mol s Licht ei! ... Es wird dunkel, schalte doch das Licht ein!
 Meitwaang kaaste s Farnsehn eirickn. ... Meinetwegen kannst du das Fernsehen einschalten.

eisaafn  einseifen; mit Seife einreiben; hereinlegen
 Richtsch eisaafn un ohwaschn, net bluß en Drack ans Handtuch schmiern. ... Richtig einseifen und waschen, nicht nur den Dreck an das Handtuch wischen.
 ... wie se dan eigesaaft hamm ... ... ... wie sie den betrunken gemacht haben ...

eisah  einsehen <Verb>
 Su giehts net, dos musste eisah. ... So geht es nicht, das musst du einsehen.

Eischneidr, de  Bratkartoffeln [wörtlich: eingeschnittene Kartoffeln oder Klöße]
 Is sei noch Ardäppln iebrig, do gibts heit Omd Eischneidr. ... Es sind noch Kartoffeln übrig, da gibt es heute Abend Bratkartoffeln.

eisichkolt  eisig kalt <))
 Tu diech richtsch eimummln, s is eisichkolt. ... Zieh dich wärmer an, es ist eisig kalt.

eisparrn  einsperren; inhaftieren <Verb>
 Mir warn lang genuch eigesparrt, itze giehts mol ins Ausland. ... Wir waren lange genug eingesperrt, jetzt fahren wir mal ins Ausland.

eistieh  einstehen; sich verbürgen, geradestehen, garantieren, aufkommen
 For dos Malläär missn die eistieh. ... Für dieses Missgeschick müssen sie einstehen.

eititschn  eintunken
 Die hartn Pfaffrkuung kaaste bluß noch eititschn. ... Diese harten Pfefferkuchen kannst du bloß noch eintunken.

eitl  immer, ständig <Adv.>

Elbkahnln, de  sehr große Schuhe [wörtlich: groß wie Elbkähne]

emende  möglicherweise, letztendlich als mögliche Konsequenz [wörtlich: am Ende] <))
 Emende stieh ich allans do. ... Letztendlich steh ich vielleicht alleine da.

Emmes, dr  sehr großer Gegenstand, etwas Großes, Gewaltiges
 Beim Imstachn kam e Staa raus, su e Emmes. ... Beim Umgraben kam ein mächtig gewaltiger Stein zum Vorschein.

enannr  einander; eine[r] der/dem anderen, eine[r] den anderen; sich/uns/euch gegenseitig, wechselseitig
 Die vrtraue enannr. ... Sie vertrauen einander.

ene  eine

ennr  einer
 Arscht kam enne, dann kam noch ennr drzu. ... Erst kam eine, dann kam noch einer dazu.

entschuldschn  entschuldigen <Verb>
 For die Frechheet misst er siech entschuldschn. ... Für diese Frechheit müsste er sich entschuldigen.
 Entschuldschung! ... Entschuldigung!

epperdemende  eventuell, möglich, vielleicht [wörtlich: ob er am Ende]
 Epperemende geschwindlt hot? ... Ob er vielleicht gelogen hat?

erbtn  arbeiten [auch arbetn] <Verb>

Erdäpl, dr  die Kartoffel [wörtlich: Erdapfel] [essen]

Erdäppl, dr  die Kartoffel [wörtlich: Erdapfel] [essen]
 <dr Erdäppl, de Erdäppln>

erlaum  erlauben; eine Erlaubnis geben; etwas möglich machen; sich eine Freiheit herausnehmen
 Dos Raang kaste hier net erlaum. ... Das Rauchen kannst du hier nicht erlauben.
 Wenns de Pfeng erlaum, will se e Auto kafn. ... Wenn es das Geld erlaubt, will sie ein Auto kaufen.
 Sie meene wuhl, Sie kenne siech olles erlaum? ... Sie meinen wohl, Sie können sich alles erlauben

erngd-  irgend-
 Erngdwie wards schu gieh. ... Irgendwie wird es schon gehen.
 Erngdwann wards hall. ... Irgendwann wird es hell.

erngdwos  irgendetwas
 erngdwos stert miech ... irgendetwas stört mich
 Erngdwos klapprt. ... Irgend etwas klappert.

erschtn  (die) ersten; zuerst
 Dar hot en erschtn Platz gemacht. ... Er hat den ersten Platz gemacht.

escha  eja <Interj.> (Verneinung, Ablehnung ausdrückend)
 Escha, wos du bluß denkst! ... Nein, was du bloß denkst!

Ess, de  die Esse; der Schornstein
 de Feieress ... Feueresse
 dr Essnkehrer ... Schornsteinfeger

esu  so (siehe auch su)
 Net esu! ... Nicht so!

etepetete  kleinlich, pingelig <Adv.>
 Bi när net esu etepetete! ... Sei nur nicht so kleinlich!

euja  Feststellung wie: doch, ja doch
 Warste net im Kaller? Euja! ... Warst du nicht im Keller? Doch!

ewos  etwas [mengen]
 Iech wollt dr grod ewos saa; nu isses wag. - Do wars ne Liesch! ... Ich wollte dir noch etwas sagen; nun ist es weg. - Da war es eine Lüge!

ewu  irgendwo
 Dos habsch ewu gelasn. ... Das habe ich irgendwo gelesen.

Explosschon, de  die Explosion; 1. durch starken inneren [Gas]druck verursachtes, mit einem heftigen Knall verbundenes plötzliches Zerplatzen oder Zerbersten eines Körpers; 2. heftiger Gefühlsausbruch, besonders Zornes-, Wutausbruch; 3. rapides Ansteigen, Anwachsen
 1. Enne Explosschon, e Knollerts, olles toghall ...iech weck auf un bie mitn Bett zammgekracht. ... 1. Eine Explosion, ein Knall, alles taghell ... ich wache auf und bin mit dem Bet zusammengekracht.
 2. Vor Wut gobs bei dan farmlich ne Explosschon. ... 2. Vor Wut gab es bei ihm förmlich eine Explosion.
 3. Nach enner Explosschon bei de Preise muss aa ene Explosschon bei de Leehne kumme. ... 3. Nach einer Explosion der Preise muss auch eine Explosion der Löhne kommen.


© Andreas Göbel 2010
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