| I wie Imstandskastn - Do kammr nischt reituh, sonnrn nur dra vrzweifle | [Übersicht] [Neues Stichwort] | | Mundartlich hat sich ein unbetontes "i" in einigen Wörtern hinter "r" und "l" gemogelt: "Milich" (Milch), "Kolich" (Kalk), "Sorich" (Sorge). Vom Wortursprung her ist es gegenüber dem schriftdeutschen beispielsweise noch in "monichr" (mancher) enthalten. Ansonsten tritt das "i" auch häufig an Stelle von "ü": "iwr" (über), "Kinste" (Künste); an Stelle von langem "e": "giehe" (gehen), "stiehe" (stehen); und an Stelle von "ö": "schie" (schön). In Fremdwörtern wird unbetontes "i" häufig zu unbetontem "e": "profetiern" (profitieren), "Presetent" (Präsident). |
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iebelnammisch |
verübelnd; etwas, was ein anderer tut, mit Verärgerung aufnehmen, empfindlich darauf reagieren; übel nehmen |
| | Dos is e Karakter: iebelnammisch un glei eigeschnappt! ... So ein Charakter: übelnehmend und gleich eingeschnappt |
| | Wos is meh als flissig? - Dei Gelapp, dos is iebrflissig! ... Was ist mehr als flüssig? - Dein dummes Gerede, das ist überflüssig! |
| | ... un iebrhaupt! ... ... und überhaupt! (Ausruf bei Streit) |
| | Schlimm? - Mor warns iebrlahm! ... Schlimm? - Wir werden es überleben! |
| | Dar is itze hunnert, dar hot olle iebrlabbt. ... Der ist jetzt hundert Jahre alt, er hat alle überlebt. |
| | S is ieberoll dossalbe! ... Es ist überall dasselbe! |
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iebrtrogn |
übertragen; 1. als Übertragung senden; 2. auf Ton- oder Datenträger aufnehmen; 3 .(Signale, Informationen, Daten) zu einem anderen Gerät, auf einen anderen Datenträger, in einen anderen Speicher oder dergleichen transportieren ; 4. Text in eine andere Form bringen; 5. etwas weitergeben, abgeben (z.B. Kräfte); 6. Medizin: Blut übertragen; Krankheiten weitergeben; |
| | 1. Dos Spiel ward im MDR iebrtrogn. ... 1. Das Spiel wird im MDR übertragen. |
| | 2. Iech iebertrog dos uffn Stick. ... 2. Ich übertrage es dir auf einen Datenspeicher. |
| | 3. Iech kriech dos iebr de Antenne, dos gieht durch de Luft oder iebr Kabl, wu de GEMA haufn Gald will. ... 3. Ich kriege das über die Antenne, das geht durch die Luft oder über Kabel, wo die GEMA viel Geld will. |
| | 4 De Kraft ward mit Sääl iebertrogn. ... 4. Die Kraft wird mit einem Seil übertragen. |
| | 5. Die wissn noch net, wie die Krankhät iebrtrogn ward. ... 5 Sie wissen noch nicht, wie diese Krankheit übertragen wird. |
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Iebrziehr, dr |
der Überzieher (Mantel); Kondom, Präservativ {Ībǝrtsīhɔr} |
| | Es regnt, namm en Iebrziehr. ... Es regnet, nimm einen Mantel. |
| | itze kumm iech ... jetzt komm ich |
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ietzsch |
gemein; eingeschnappt <Adjektiv> |
| | War mor net ietzsch! ... Nicht so gemein werden! |
| | Du bist iebrhaupt net illr wurn! ... Du bist überhaupt nicht älter geworden! |
| | Seine Illrn laam beede noch. ... Seine Eltern leben beide noch. |
| | s is im achte. ... es ist 8 Uhr (um 8) |
| | s gieht rund imedim ... betrunken sein; es dreht im Kopf |
| | Imfolln kunnste net, su voll warsch. ... Umfallen konntest du nicht, so voll war es. |
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imgehaa |
umgehauen; umgeworfen <Verb> |
| | Dar Storm hot die Baamer wie Streichhilzr imgehaa. ... Der Sturm hat die Bäume wie Streichhölzer umgehauen. |
| | Iech staun, wie die gunge Leit imgiehe. ... Ich staune, wie die jungen Leute umgehen. |
| | S Friehgahr kimmt, mir missn noch imgrom. ... Das Frühjahr kommt, wir müssen noch umgraben. |
| | Die warn siech nochmol imguckn. ... Die werden sich nochmal umgucken.(sie werden sehen, dass sie sich Illusionen gemacht haben) |
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imkrampln |
umkrempeln; von Grund auf ändern, umgestalten; von innen nach außen kehren (etwas suchen) <Verb> |
| | Dar Träänr wollt de Mannschaft total imkrampln. ... Der Trainer wollte die Mannschaft total umkrempeln. |
| | Mir hamm gesucht, olles imgekramplt ... nischt gefunne. ... Wir haben gesucht, alles umgekrempelt ... nichts gefunden. |
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imkumme |
umkommen; 1. durch Unfall, ein Unglück ...ums Leben kommen; 2.nicht verbrauchte Lebensmittel verderben; 3. (emotional) etwas nicht aushalten, nicht ertragen können |
| | Sei Vodr is im Krieg imkumme. ... Sein Vater ist im Krieg umgekommen. |
| | Troiches Brut krieng de Hosn, bei uns darf nischt imkumme. ... Trockenes Brot kriegen bei uns die Hasen (im Stall), bei uns darf nichts verderben. |
| | Vur Neigier bie iech ball imkumme. ... Vor Neugier konnte ich es fast nicht aushalten. |
| | Bei uns giehts immering. ... Bei uns geht es rund. |
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immesist |
umsonst; 1. ohne Gegenleistung (kostenlos); 2. ohne die erwartete oder erhoffte [nutzbringende] Wirkung; vergebens, vergeblich |
| | Dar Kuchlschreibr war immesist: Werbung! ... Der Kugelschreiber war umsonst: Werbung. |
| | Uff ne Entschuldschung hob iech immesist gewart. ... Auf eine Entschuldigung habe ich vergebens gewartet. |
| | Iech mecht miech bluß imsah. ... Ich möchte mich bloß umsehen. |
| | ... je schnellr, imse bessr. ... ... je schneller, umso besser. |
| | Dos Beet muss iech noch imstachn. ... Das Beet muss ich noch umgraben. |
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Imstandskastn, dr |
umständlicher Mensch [wörtlich: Umstandskasten] |
| | Die warn dort, um siech emol imzesah. ... Sie waren dort, um sich einmal umzusehen. |
| | Dar Imzuch is erscht im zwehe. ... Der Umzug ist erst um zwei Uhr. |
| | Diesmol is bein Imzuch nicht kaputt gange. ... Diesmal ist beim Umzug nichts kaputt gegangen. |
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-ing |
-ung (Endung wie in Wuhning, Ordning) |
| | Schneid dir ja kenne Haar in de Innernecht! ... Schneide Dir keine Haare während der Innernächte! [brauchtum] |
| | Innewenich is Futtrstoff. ... Inwendig ist Futterstoff. |
| | Außen war dar Äppel schie, innewenich war er faul. ... Der Apfel sah äußerlich gut aus, inwendig war er faul. |
| | ... wenn dr Strom wag war, do gobs bluß Inseltlicht. ... ... wenn kein Strom da war, da gab es bloß das Talglicht. |
| | is is schu finstr ... es ist schon finster |
| | Isse fort? ... Ist sie fort? |
| | Issr tut? ... Ist er tot? |
| | Issis nu gut? ... Ist es nun gut? |
| | Wu kimst de du itze har? ... Wo kommst du jetzt her? |
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itzerzeiten |
jetzt, heutzutage [wörtlich: jetziger(s)zeiten] |
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