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D wie Deichslhersch - Hot mr dann ufn Tallr, braucht mr a kaane Preislbeer[Übersicht] [Neues Stichwort]
Jedr vun uns, werd schie mal mit nen scheen Dingl oder nen scheen Dingerich is Dingl nei gelaafn sei. Dis is abr kane Soch, so e Ding, sonnern e Madl oder e Gung oder e bestimmts Flackl. Do muss mr sich schie e monchesmol froong, ob dis noch aanr verstieht.

Die Buchstaben "d" und "t" sind wie auch "b" und "p" in der Mundart nicht zu unterscheiden. Man spricht sie in der Regel mehr "d" als "t". Die einzelnen Stichwörter wurden aber dennoch unter dem jeweiligen Index abgelegt, um den Leser möglichst das gewohnte Schriftbild zu präsentieren. Obwohl in Mundart viele Verkürzungen oder Auslassungen vorherrschen, tritt das "t" in Wörter, die mit "sch" beginnen, häufig voran: schaukeln (tschaukln), rutschen (tschinrn). Innerhalb von Wörtern sieht das aber schon wieder ganz anders aus. Hier wird "d" häufig weggelassen oder verblasst: laden (lo[d]n), ändern (ännrn), werden (wern); das gleiche gilt für "t": untere (unnere). Auch am Ende von Wörtern fällt das "d" aus: Perd (is Pfār, de Pfēr).

daamisch  dämlich, blöd <Adjektiv>
 Iech bie ganz daamisch hiegeflugn. ... Ich bin ganz blöd hingeflogen.

daarfn  dürfen
 Daarfn diedn dos? ... Dürfen die denn das?

Dachhos, dr  die Katze [wörtlich: Dachhase]

dachtln <))  eine Ohrfeige verabreichen <Verb>
 Iech war dr glei enne dachtln. ... Ich werde dir gleich eine Ohrfeige geben.

Dämse, de <))  schwüle Hitze; stickige feuchte Luft [zu Dampf]
 Heit is wiedr enne Dämse! <)) ... Heute ist es wieder schwül und heiß.

därmlich <))  schwindlich sein [befinden]

damisch <)) <))  unwohl sein, schwindlich sein [befinden]
 mir is gonz dumm un damisch <)) <)) ... unwohl sein [befinden]
 mir is su damisch in Kop <)) <)) ... mir ist so unwohl [befinden]

damprn <))  sinnlos beschäftigen, spielen, lange für etwas brauchen (auch dautln) <Verb>
 Hehr auf ze damprn, mach wos Richtsches! ... Spiel nicht rum, tue etwas Richtiges!

Dangl, dr; Dangerschnodln  Fichten-, Tannennadeln
 Kehr mol dan Dangl unnrn Baam wag. ... Kehr mal die Nadeln unter dem Baum weg.

dangln <))  Abfallen von Tannen- und Fichtennadeln <Verb>
 Nach 3 Togn fing dr Christbaam aa ze dangln. ... Nach 3 Tagen fielen die ersten Nadeln vom Christbaum.

dann  den, dem
 Haste dann Bleedmaa gesah? - Dann passiert schu nuch wos! ... Hast du den Blödmann gesehen? - Dem passiert schon noch etwas!

danne  denen
 Danne warschs zeign! ... Denen werde ich es zeigen.

dar  der (betont); sonst dr
 Dar fahlt mr noch in meinr Sammlung. ... Der fehlt mir noch in meiner Sammlung (der hat mir noch gefehlt).

Darfl, is  Dörflein, kleines Dorf
 Su e schienes Darfl wie Brünnels gibts viele in unnerm Arzgebirg. ... So ein schönes Dörflein wie Brünlos gibt es viele in unserem Erzgebirge.

darr  dürr; vertrocknet, verdorrt; sehr mager, hager <Adjektiv>
 Dos Gros is abr darr wurn. ... Das Gras ist aber vertrocknet.
 Dar hot abr ohgenomme, dar is ja richtsch darr wurn. ... Der hat aber abgenommen, der ist ja richtig dürr geworden.

Daum, dr  der Daumen
 Dos is dr Daum, dar schittlt de Pflaum, ... ... Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen,...

dautln <))  sinnlos vor sich hin beschäftigen (auch damprn) <Verb>
 du Dautelsack <)) ... jemand, der dautelt, nichts fertig bringt
 wos dautelstn su rüm <)) ... arbeiten, ohne dass etwas richtig fertig wird

de <))1  die <Art.>

de <))2  du (nur bei Fragen, Zusammenschreibung mit Verb ohne "t")
 Hasde? <)) ... Hast du?
 kimmsde mol har <)) ... Kommst du mal her?

Dechsl, de  die Deichsel; Teil eines Wagens zum Ziehen und Lenken
 War hot dee von Handwogn de Dechsl zerrammlt? ... Wer hat denn vom Handwagen die Deichsel zerbrochen?

dechtn <))  ich dächte; sich etwas einbilden; mitunter auch: sich freuen [wörtlich: deuchten, deucht von dünken] <Verb> [gefuehlewesenszug]
 heit tut se sich abr dechtn <)) ... heute freut sie sich sehr [gefuehleseele]
 Iech decht, s wär mr ze teir. ... Ich dächte, es wäre mir zu teuer.

dee <))  denn
 wie, war, wos, worim dee? <)) <)) ... wie, wer, was, warum denn?

Deichslhirsch, dr <))  Pferd (meist scherzhaft als billiges Fleisch)
 dis Fleesch is su dreich, amende isses Deichslhirsch <)) ... das Fleisch ist so zäh (trocken), am Ende handelt es sich um Pferdefleisch

deitsch  deutsch
 Deitsch un frei woll mr sei un do bleim mr aa drbei ... (Anton Günther) ... Deutsch und frei wolln wir sein und da bleiben wir auch dabei ... (Anton Günther) .

Derrlendr, dr <))  hagerer, schmächtiger, hochgeschossener Mensch (scherzhaft) [wörtlich: Dürrlender, dürre Lenden]

derrlendsch <))  dünn, dürr, hager, lang aufgeschossen (Derrlendr)

Derrwanst, dr <))  dürrer Mensch (Derrlendr, Fettwanst) [wörtlich: Dürrwanst, dürrer Wanst (Bauch)]

derrwenstsch <))  dünn, mager, schmal (Derrlendr) [wörtlich: dürrwänstig]
 Dar Spargel is mr ze derrwenstsch. ... Dieser Spargel ist mir zu dünn.

desderhalbn  deshalb
 ... desdorhalbn tut dar itze dumm ... ... ... deshalb trotzt er jetzt ...

desdrwaang <))  siehe drwaang [wörtlich: desdawegen]
 Du hattst miech ageruft, desdrwaang kumm iech. ... Du hattest mich angerufen, deswegen komme ich.

Dez, dr <))  Kopf
 Dar hot glei eens offn Dez gekricht. <)) ... Der hat gleich einen Schlag auf den Kopf gekriegt.

Dickscht, is  Dickicht, dichtes, undurchdringliches Gebüsch, Gestrüpp; Wald mit dichtem Unterholz
 Im Dickscht hammr uns vrluffn. ... Im Dickicht haben wir uns verlaufen.

dieletzt  letztens; vor kurzem
 Dos is arscht dieletzt passiert. ... Das ist erst kürzlich passiert.

Dill, de  Lichthalter (die Kerze steht in einer Vertiefung: Delle)
 Nu sei die Lichterdilln schu wiedr wag. ... Nun sind die Lichthalter schon wieder weg.

Ding1, is <))  Stätte, Ort bei Richtungsabgaben; das kann ein Haus, ein Dorf, eine Straße usw. sein (auch in adverbialen Zusammensetzungen wie dingnauf usw.)
 der Bach fließt dingenunner <)) ... der Bach fließt hinunter
 dingnauf gieh <)) ... dorfaufwärts gehen
 in Ding nauf gieh <)) ... ins Dorf hinauf gehen

Ding2, is <))  Mädchen, Frau (auch abwertend)
 efeltsches Ding <)) ... einfältige Frau (abwertend)
 hibsches Dingl <)) ... hübsches Mädchen
 bieses Ding ... bösartige Frau (Hexe)

dingeniebr  dort hinüber
 Dar rammlt aafach iebr de Stroß dingeniebr. ... Der rennt einfach über die Straße hinüber.

Dingerich, dr <))  eigenartiger Kerl
 He, dei Nachbar is e putzschr Dingerich? ... Nicht wahr, dei Nachbar ist ein eigenartiger Kerl?

Dingr, dr  Dünger
 Dar flisssche Dingr is prima. ... Der Flüssigdünger ist prima.

Dings, dr  Irgendetwas (überlegend, wenn man nicht gleich auf den Namen kommt)
 Du wesst schu, hier - dr Dings ...

Dingskargn, dr  Irgendeiner (auch Dings) (wenn man nicht auf den Namen kommt)
 War dr Dingskargn bei dir? Wesst schu ... hier dr Dings... (Mr ward alt!) ... War der ... bei dir? Du weißt schon... dr Dings ..(Man wird alt.)

dingsnim  drumherum
 Groddorch kaste net meh laafn, itze musste dingsnim giehe. ... Gerade durch kannst du nicht mehr laufen, jetzt musst du drumherum gehen.

dinnhäutsch  dünnhäutig; 1. eine dünne Haut aufweisend; 2. [zu] sensibel, [über]empfindlich <Adjektiv>
 Su e Zelt is fei dinnhäutsch, do härste olles. ... So ein Zelt hat eine dünne Haut, da hört man alles.
 Iech hätt net gedacht, dass su e grußr Maa su dinnhäutsch sei kaa. ... Ich hätte nicht gedacht, dass so eingroßer Mann derart empfindlich sein kann.

Dinnstich <))  Dienstag [wochentage]

Dippl, is <))  Tasse, kleiner Topf [von Töpfchen] [trinken]

dirwaang <))  deinetwegen
 Iech mach dos bluß dirwaang. ... Ich mach das nur deinetwegen.

Dischkur, dr  Diskussion, Unterhaltung
 Bei dan Dischkur hammr olles geklärt. ... Durch unsere Unterhaltung haben wir alles geklärt.

Displee, is  Display; Werbemittel; Gerät oder Bauteil zur optischen Darstellung einer Information in Form von Ziffern, Buchstaben, Zeichen ...; Anzeige
 ... dos ward uffm Displee agezeicht. ... ... das wird auf dem Display angezeigt.

-dn  denn (auch -n)
 wudn? <)) ... wo denn?
 wardn? ... wer denn?
 wuhiedn? ... wohin denn?

dodorbei; drbei  dabei
 ... iech hob ne drbei drwischt. ... ... ich habe ihn dabei erwischt.
 ... dodrbei wolltr wos Guts machn. ... ... dabei wollte er etwas Gutes tun.

dodorfier  dafür (da dafür)
 Dodorfier hätt iech kee Gald ausgegaam. ... Dafür hätte ich kein Geld ausgegeben.

dodormiet  damit
 Iech will doddormiet nischt ze tu hamm. ... Ich will damit nichts zu tun haben.

dodra  daran; dadran <Adverb>
 Dodra lieschts net. ... Daran liegt es nicht.

dodraufhie  daraufhin; aus diesem Grund (Anlass) <Adverb>
 Sie suchn in dr Zeitung gute Leit, dodraufhie kumm iech. ... Sie suchen in der Zeitung gute Leute, daraufhin bin ich hier.

dodraus  daraus <Adverb>
 Dodraus ward nischt! ... Daraus wird nichts!

dodrunner  darunter <Adverb>
 Wos vrstiste dodrunnr? ... Was verstehst du darunter?

dodrva; dorvu  davon
 Wos haste dodrva? ... Was hast du davon?
 ... dos hste nu dorvu. ... ... das hast du nun davon.

dogetratn  dastehen; an einer Stelle, einem Ort stehen; sich in einer bestimmten Lage, Situation, Verfassung befinden
 Dar hot dogetratn, als hättne dr Blitz getroffn. ... Er stand da, als hätte ihn der Blitz getroffen.
 Die Firma hat schu lang gut dogetratn. ... Diese Firma hat schon lange gut dagestanden.

dohie  dahin
 Leech mol dos Btatt dohie ... ... Leg mal das Brett dahin ...

dohierde <))  hier, genau hier [wörtlich: da hier]
 dohier bie iech drham <)) ... genau hier bin ich zu Hause
 Dar Topp stand vornstn noch dohierde. ... Der Topf stand vorhin noch hier.

dohiertnrim  in der Umgebung (hier ringsherum)
 Dohiertnrim haast dos ahm su. ... Hier ringsherum heißt das eben so.

Doktr, dr  der Doktor, der Arzt
 Beim Doktr warste wuhl noch net? ... Beim Arzt warst du wohl noch nicht?

domols  damals (vor vergangener Zeit)
 ... domols warn mr aa noch gung! ... ... damals waren wir auch noch jung!

donaus  dahinaus
 Donaus giehts net, do is Sackgass. ... Dahinaus geht es nicht, das ist eine Sackgasse.
 Donaus lääft dos also. ... Dahinaus läuft das also.

donei  da hinein
 Donei missmor! ... Da hinein müssen wir!

Donnerstich <))  Donnerstag (auch Darschtich) [wochentage]

doraus  daraus; da heraus <Adverb>
 Do musste saa, wos doraus ward. ... Da musst du sehen, was daraus wird.

dorch  durch
 Hier miss mr dorch. ... Das müssen wir schaffen.
 De Sichrung war dorch. ... Die Sicherung war durchgebrannt.

Dorchenannr, is  Durcheinander; Unordnung; auch: Verwirrtheit
 Findste noch wos bei dein Dorchenannr? ... Findest du noch etwas bei deiner Unordnung?

dorchkeie  durchkauen, diskutieren, durchnehmen, besprechen <Verb>
 ... dos missmor nuchmol dorchkeie. ... ... das müssen wir nochmal besprechen.

Dorfdunsl, dr <))  dummer Mensch der dafür bekannt ist (Dunsl)

dorgegn; dorwidr  dagegen
 Saahs, wenn de wos dorwidr hast. ... Sage es, wenn du etwas dagegen hast.

dorgleing  dergleichen, nicht dergleichen tun (nicht das tun, was erwartet wird, nicht reagieren)
 Iech hobsn gesaat, denkste dee dar tu dorgleing? ... Ich habe es ihm gesagt, denkst du denn er reagiert?

dornahm  daneben
 Nei und dornahm gieht viel. ... Hinein und daneben geht viel.

dornoch  danach
 ... bis zor Kreizung, dornoch rachts wag ... ... ... bis zur Kreuzung, danach rechts abbiegen ...

Dorscht, dr  Durst
 Vun dan Harich ward abr e Dorscht. ... Von dem Hering wird aber Durst.

dorschtig  durstig <Adjektiv>
 ... de Blümle sei fei a dorschtig. ... ... die Blümchen sind aber auch durstig.

dorte  dort, da
 Dorte sitztr doch. ... Da sitzt er doch.
 Is stand vornstn noch dorte. ... Es stand vorhin noch dort.

dorwaagn  eigentlich, derwegen
 Dos is dorwaang ganz schie frech. ... Das ist eigentlich ganz schön frech.

dorwidr; dorgegn  dagegen
 Du hättst wuhl wos dorwidr? ... Du hättest wohl etwas dagegen einzuwenden?

dos  das
 Suwos Gscheites, dos kennt vu mir sei. ... Soetwas Kluges, das könnte von mir sein.

dosmol  diesmal
 Dosmol hattr net racht. ... Diesmal hatte er nicht recht.

dovrgange <))  unlängst, neulich, damals (vrgange)
 dovorgange ho iech de Om besucht <)) ... vor kurzem habe ich die Oma besucht

dozemol  damals, in jener längst vergangenen Zeit [wörtlich: dazumal]
 Dozemol stand hier noch e Baam. ... Damals stand hier noch ein Baum.

dr1  der (unbetont); sonst dar
 dr Kaffe ward kolt ... der Kaffe wird kalt
 Dar kaa bleim wu dr Pfaffr wächst. ... Der kann bleiben wo der Pfeffer wächst. (...weit weg)

dr2  Vorsilbe er-, da-, dar- [vorsilben]
 Hast du miech drschreckt! ... Du hast mich erschreckt!
 Iech bie drgeeng gestußn. ... Ich bin dagegen gestoßen.

dra  dran, daran
 Salz is schu dra. ... Salz ist schon dran.
 An dan Gered is nischt dra. ... An diesem Gerede ist nichts Wahres dran.

Draasch, dr  Aufregung
 Die hattn bluß Draasch wagn dr Urlaubsrees. ... Die hatten eine einzige Aufregung wegen der Urlaubsreise.

draaschn <))  stark regnen <Verb> [wetter]
 is tut draußn draaschn <)) <)) ... es regnet draußen

Drack, dr <))  Dreck
 e richtschr Dracksack <)) ... ein schlechter Mensch
 Drack machn gieht, Drack wagmachn net! ... Dreck machen geht, Dreck wegräumen nicht.

Drackerei, de  Verschmutzung; Dreck machen
 Die Drackerei machste salber wag. ... Diesen Dreck machst du selbst weg.

drackit  dreckig
 Die drackite Hus kimmt in de Wäsch! ... Die dreckige Hose kommt in die Wäsche!

drahie  dahin; entlang
 De Zeit gitt drahie un mir warn sachte illr. ... Die Zeit geht dahin und wir werden langsam älter.

draksch <))  dreckig <Adj.> [aussehen]
 Owaschn, su dracksch kaste net miet assn. ... Waschen, su dreckisch kannst du nicht mit essen.

drarim  dranherum
 War hot dee an dan Ding drarim geschraubt, olles vorstillt?! ... Wer hat denn an diesem Teil dranherum geschraubt, es ist alles verstellt?!

draschn <))  1.prügeln; 2. Getreide dreschen; 3. Phrasen dreschen [wörtlich: dreschen] <Verb> [wetter]
 Draschn is is Primetivste. ... Prügeln ist das Primitivste.
 Is Geträd missn mr draschn. ... Das Getreide müssen wir dreschen.
 Vur dr Wahl warn wiedr Phrasn gedroschn. ... Vor der Wahl werden wieder wohltönende, aber nichtssagende Reden geführt.

draußnrim  draußen herum
 De Kinnr renne noch draußnrim. ... Die Kinder rennen noch draußenrum.

drehlich <))  schwindelig <Adj.>
 mir wards ganz drehlich <)) ... mir wird es ganz schwindelig

dreie <))  drei [mengen]

Dreierbrotl, is  Dreierbrötchen; Semmel (... weil sie früher einmal 3 Pfennige gekostet hat)
 Was kost dee e Dreirbrotl? ... Wieviel kostet denn eine Semmel?

dreinei; drunnernei  dazwischen; darunter
 Egal mart dar dreinei. ... Ständig redet er dazwischen.
 Do hamm die aa noch faule Karschn drunnernei gemengt. ... Da haben sie auch noch faule Kirschen mit darunter gemischt.

drfier  dafür
 Iech kaa net drfier! - iech aa net! ... Ich kann nicht dafür! - Ich auch nicht!

drfindn <))  erfinden <Verb>
 dar hot s Pulvr net drfundn <)) ... dumm sein; wörtlich: der hats Pulver nicht erfunden [intelligenz]
 Se hamm nu schu su viel drfunne ... ... Man hat nun schon so viel erfunden ...

drhalt  erhalte, erhaltet <Verb>
 Drhalt fei un bewahrt eich unnre Muttrsproch. ... Erhaltet und bewahrt euch unsere Muttersprache.

drham <))  daheim, zu Hause
 drham is drham <)) ... daheim ist daheim (daheim ist es eben am schönsten) [besitzbrauchtumhaus]

drhinner  dahinter
 Iech wess, war drhinner stackt ... ... Ich weiß, wer dahinter steckt ...

drhult  erholt; etwas überwinden; etwas überstanden haben und wieder zu Kräften kommen
 Hast diech im Urlaub gut drhult. ... Du hast dich aber im Urlaub gut erholt.

Drickr, dr <))  Türklinke
 dr Tirdrickr <)) ... der Türdrücker

Dridewaar, is  Gehsteig, Fußweg, Bürgersteig [französisch: Trettoir]
 Laaft uffn Dridewaar, dos is sichrer. ... Geht auf dem Fußweg, das ist sicherer.

drihm <))  drüben {drīṁ} [orte]
 Drihm war iech eefach net warm. ... Drüben fühle ich mich einfach nicht zuhause.

drim <))  darum
 drim is dis su <)) ... darum ist das so

drimme <))  drüben (auch driebm)
 Dei Assn is drimme in dor Kich. <)) ... Dein Essen ist drüben in der Küche.

drimrim <))  drumherum
 Saahs, net esu drimrim reden! ... Sage es, rede nicht so drumherum!

drinne  drin, drinnen
 Dar Ball war drinne! ... Der Ball war drin (im Tor)!

drinnebleim  drinnenbleiben <Verb>
 Guck dan Himml a ... mor warn liebr drinnebleim. ... Sieh den Himmel an ... wir werden lieber drinnenbleiben.

drlahm  erleben <Verb>
 Dass iech dos noch drlahm ka. ... Dass ich das noch erleben kann.

drmiet  damit
 Wos passiert nu drmiet? ... Was passiert nun damit?

drnahm <))  daneben [orte]
 Erscht lochste drnahm, drnoch warsch richtsch. ... Zuerst lagst du (mit deiner Antwort) daneben, danach war es richtig.

drnoch <))  danach
 Drnoch sei olle gescheitr. ... Danach sind alle klüger.

Drohtesl, dr <))  Fahrrad [wörtlich: Drahtesel]

drokumme <)) <))  drankommen, an der Reihe sein <Verb>
 Warscht beim Bolwier? - Bist abr net drokumme! ... Warst du beim Friseur? - Du bist aber nicht drangekommen!

drquar  in die Quere
 Bist mor itze drquar kumme, iech wollt gro fort. ... Du bist mir jetzt in die Quere gekommen, ich wollte gerade fort.

drrotn  erraten
 Gewusst? - Nee, drrotn! ... Gewusst? - Nein, erraten!

drschlong <))  erschlagen
 Dan Lumich kennt ich drschlong! <)) ... Diesen Kerl könnte ich erschlagen! [bewegungen]

drseifn  ersäufen <Verb>
 Musst du dee dann Blattsulat schedes Mol drseifn? ... Mustt du denn den Blattsalat jedes Mal ersäufen?

druhm <))  dort oben [wörtlich: droben] {drūṁ} [orte]
 Uffn Dach druhm loch heit frieh Schnee. ... Auf dem Dach oben lag heute früh Schnee.

druhmrunnr  droben herunter
 Dar stammt von druhmrunnr, ausm Gebirg. ... Der stammt von droben herunter, aus dem Gebirge.

drvu <))  davon <Adv.>
 Dar war in Schacht, drvu is seine Lungekrankhät.<)) ... Er war im Schacht, davon hat er seine Lungenerkrankung. [orte]
 De Spitzbum sei auf und drvuh. <)) ... Die Diebe sind auf und davon.

drvulaafm <))  weglaufen, davonlaufen <Verb> [zeitwoerter]
 Drvulaafm ännert nischt! ... Davonlaufen ändert nichts! Man muss sich den DIngen stellen.

drwaang <))  eigentlich, deshalb [wörtlich: derwegen]
 S is drwaang kolt, mr machn Feir! ... Es ist eigentlich kalt, wiir werden heizen.

drwalde <))  dabei, obwohl (derweil)
 Iech blieb, drwalde wuld iech gieh. <)) ... Ich blieb, dabei wollte ich eigentlich gehen.

drwalle <))  inzwischen, einstweilen [wörtlich: derweilen]
 Iech gieh darwalle en Kaffee trinken. <)) ... Ich gehe inzwischen einen Kaffee trinken.

drweil <)) <))  inzwischen
 Gieh fix zen Bäck, iech koch drweil Kaffee. ... Geh schnell zum Bäcker, ich koche inzwischen Kaffee.

drzähln  erzählen <Verb>
 Du wolltst mr doch nuch wos drzähln ... ... Du wolltest mir doch noch etwas erzählen (sagen).

dubig <))  schwül; es "riecht" nach Gewitterluft

dummdaamisch  sehr dumm (dumm und dämlich), saudumm <Adjektiv>
 Dos is e dummdaamisches Ludr. ... Das ist ein saudummer Kerl.

Dummhet <)) <))  Dummheit
 dar/das blekt vor Dummhet <)) ... dumm sein; vor Dummheit schreien [intelligenz]
 der hot dreimol hier gschriern, olse de Dummhet ausgetalt homm <)) ... dumm sein [intelligenz]
 wenn Dummhet wieh tet, misst der Tog und Nacht brilln ... extrem dumm sein [intelligenz]

Dummlack, dr <))  dummer Mensch
 su a Dummlack <))

dummtu  dummtun; trotzen <Verb>
 Wie lange willste noch dummtu? ... Wie lange willst du noch trotzen?

Dunsl, dr <))  Tollpatsch, Dummkopf
 Dar Dunsl bringt gar nischt. ... Dieser Dummkopf kann gar nichts.

Durscht, dr  der Durst
 Durscht is schlimmr als Heimweh ... ... Durst ist schlimmer als Heimweh ...

Dus, de  Dose; Steckdose
 Greif bluß net in de Steckdus! ... Greif bloß nicht in die Steckdose!
 Dar Droht dohierde gieht ze dar Abzweichdus. ... Der Draht hier geht zu der Abzweigdose.
 De Kaffeedus is schu wiedr leer. ... Die Kaffeedose ist schon wieder leer.

Dusl <))  Glück
 Er hot Dusl gehatt. <)) ... Er hat Glück gehabt.

dusln  abwesend sein; leicht schlafen
 Iech bie itze warklich eigeduslt. ... Ich bin jetzt wirklich eingeschlafen.

Dussl <))  ungeschickter Mensch, Tollpatsch, Schlafmütze [geschick]
 ... un dar Dussl tritt do aa noch nei ... ... ... und dieser Tollpatsch tritt da auch noch hinein ...

dusslich <))1  leicht vergesslich, tollpatschig, ungeschickt [geschick]
 dar stellt sich abr dusslich a <)) <)) ... der stellt sich aber tollpatschig an, ist sehr ungeschickt [geschick]

dusslich2  schwindlich [befinden]

dustr <))  dunkel [wörtlich düster]
 S ward schie dustr. <)) ... Es wird schon dunkel.


© Andreas Göbel 2010
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