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A wie Afang - Is dar ehmol gmacht, giehts wie vu allaa[Übersicht] [Neues Stichwort]
Aajedr wass, deß bei uns de "Hasen" Hosn haasn. Net zu vrwachsln mit de Baakleedr; sonnern dis sin de Viechr, die im Stoll stiehe odr of dr Wies rimhoppln.

Wie man sieht, wird ein schriftdeutsches "a" im Erzgebirgischen häufig zu "o". So beim Hasen (dr Hos), beim Schaf (is Schof) als auch beim naheliegenden Braten (dr Brotn). Auf der anderen Seite steht aber auch "a", wo im Hochdeutschen andere Laute zu finden sind. Zu nennen wären "ä" in Jäger (dr Jachr) oder - um beim obigen Beispiel zu bleiben - in Schäfchen (de Schafln). Man denke auch an das Räuchermännchen (Raachermannl). Gleiches gilt für den Zwielaut "ei": der Stein (dr Staa), kein (kaa), Meister (dr Maastr); und für den Zwielaut "au": der Baum (dr Baam), kaufen (kaafn). Auch das "e" wird mitunter zum "a": Leder (is Ladr), leben (lahm), nehmen (nahm). Die Vorsilbe "an" erfährt ein ähnliches Schicksal und wird zu "a" rediziert: anziehen (aziehe), Anfang (dr Afang).

a <))  an- (Vorsilbe) [vorsilben]

aa <))  auch
 des is aa esu <)) ... das ist auch so

Aach, is <)) <))  Auge [kopf]
 <is Aach; de Aang>
 im e Aach ... beinahe, knapp daneben <wörtlich um ein Auge>
 rute Aang ... rote Augen

Aadeiting, de  Andeutung
 Ne Aadeiting hammse schu gemacht ... ... Eine Andeutung haben sie schon gemacht.

Aafoll, dr  der Anfall
 Dar kricht en Aafoll un kippt im ... ... Der bekommt einen Anfall und kippt um ...

Aafroch, de  Anfrage
 ... ne Aafroch kost nischt ... ... eine Anfrage kostet nichts

Aagebut, is  das Angebot
 Dos war im Aagebut! ... Das war im Angebot!

aageflugn  angeflogen
 Gepflanzt hob iech dos net, dos is aageflugn. ... Gepflanzt habe ich das nicht, das ist angeflogen.

aajedr <))  einjeder

Aalaaf, dr  der Anlauf
 Uhne Aalaaf kimmste dan Barg net nauf. ... Ohne Anlauf kommst du diesen Berg nicht hoch.

aalarne  anlernen (auf eine Tätigkeit vorbereiten) <Verb>
 ... dr Maastr tut ne salbr aalarne. ... ... der Meister lernt ihn selbst an.

Aaleiting, de  Anleitung
 ... in dr Aaleiting stand nischt ... ... in der Anleitung stand nichts

aamarn  anreden; anquatschen
 Iech kennt net schedn aamarn. ... Ich könnte nicht jeden anquatschen.

Aamr, dr  Eimer
 Nimmst en Aamr for de alln Äppln. ... Nimm einen Eimer für die alten Äpfel (Fallobst).

aanerlaa; eenerlää  einerlei; (völlig) gleichgültig; egal
 Dos is mor aanerlaa. ... Das ist mir egal.

aane verwinkt2  jemandem eine ohrfeige gegeben annaberg und umgebung

Aang, de <))  Augen (Aach)

aangblicklich <))  augenblicklich

aangscheinlich <))  augenscheinlich

aanig  einig

aans <))  eins [mengen]

Aanzlhet, de <))  Einzelheit
 Aanzlhetn kenn iech net. ... Einzelheiten kenne ich nicht.

Aanzlkind, is <))  Einzelkind

aanzln <)) <))  einzeln [mengen]
 Bitte aanzln reikumme, net olle uff emol. ... Bitte einzeln eintreten, nicht alle zugleich.

aanzsche; eenzsche  einzige
 is aanzsche Kind ... das einzige Kind
 mei ennzsches Gald ... mein einziges Geld

aaputzn  anputzen; verkleiden; maskieren <Verb>
 Ze Fosnd wolln die siech wiedr aaputzn. ... Zur Fastnacht wollen sie sich wieder verkleiden.

aaruffm  anrufen <Verb>
 Gestrn wolltsch diech aafuffm. - Und? - Vrgassn! ... Gestern wollte ich dich anrufen. - Und? - Vergessen!

Aasah, is  Ansehen
 Su e Aasah kimmt net vu allanae. ... So ein Ansehen kommt nicht von alleine.

Aasprich, de  Ansprüche
 Wos die for Aasprich stilln ... ... Was die für Ansprüche stellen ...

Aasprüch, de  die Ansprüche
 Mir stilln kaane Aasprüch. ... Wir stellen keine Ansprüche.

Aazeich, de  Anzeige
 Nu hot dar schu wiedr ne Aazeich. ... Nun hat er schon wieder eine Anzeige.

Abee, dr <))  Klo, Toilette (nur im Singular benutzt) [haus]
 Iech muß emohl uffn Abee. <)) ... Ich muß aufs Klo. [befinden]

abendln <))  eine Liebesbeziehung beginnen [wörtlich: anbandeln] <Verb> [liebezeitwoerter]
 Dar wollt fei bei mir abendln, dar is doch vorheirat. ... Der wollte tatsächlich bei mir anbendeln, der ist aber doch verheiratet.

Abort, dr <)) <))  Toilette [haus]

Abtritt, dr <))  (primitiver) Abort, Toilette [haus]

achte <))  acht [mengen]
 Mr missn gieh, s is schu achte dorch. ... Wir müssen gehen, es ist schon kurz nach acht.

achtsch <))  achtzig [mengen]

Adacht, de  Andacht, Geduld, Nachdenken
 Bissl Adacht brauchste schu. ... Etwas Geduld und Nachdenken braucht man schon.

Ääsch, de  die Eiche
 Die alle Ääsch musstn se immachn, die war ganz huhl. ... Die alte Eiche musste gefällt werden, sie war ganz hohl.

ännern  ändern <Verb>
 ... un ob mir wos dra ännern kenne ... denk an 89! ... ... und ob wir etwas daran ändern können ... denke an 1989!

Äppl, dr <))  der Apfel [essenpflanzen]
 Dos gobs for en Äppl un e Ei. ... Das gab es für einen Apfel und ein Ei. (Das war sehr billig.)

ärschlich <))  seitenverkehrt, rückwärts; verkehrt falsch; heimtückisch, übel ; auch ärschlinks <Adv.> [wörtlich: mit dem Arsch nach vorn] [orte]
 in de ärschliche Kahl krieng <)) ... sich verschlucken wörtlich: in die falsche Kehle bekommen
 is Hemd ärschlich ahamm <)) ... das Hemd verkehrt herum anhaben

ärschlinks <))  rücklinks; siehe auch ärschlich

ästemiern  ästimieren; jemanden schätzen, beachten, würdigen <Verb>
 Die hamm miech iebrhaupt net ästemiert. ... Die haben mich überhaupt nicht beachtet.

Afang  Anfang
 A wie Afang - Is dar ehmol gmacht, giehts wie vu allaa ... A wie Anfang - Ist der einmal gemacht, geht es wie von allein.

afeiern  anfeuern, anzünden <Verb>
 Unnre Gunge missmor afeiern. ... Unsere Jungs müssen wir anfeuern.
 Tu ner mol dan Grill endlich afeiern. ... Zünde mal endlich den Grill an.

agaam  angeben; Angaben machen; prahlen, pranzen <Verb>
 Dos musste bein Finanzamt agaam. ... Das musst du beim Finanzamt angeben.
 ... wie se heit wiedr agaam! ... ... wie sie heute wieder angeben (prahlen)

agericht  angerichtet; Unfug angestellt; Speisen bereitgestellt
 Wos habtr dee hier fürn Schodn agericht? ... Was habt ihr denn hier für einen Schaden angerichtet?
 Dos kalle Bewe is abr schie agericht. ... Das kalte Büfett ist aber schön angerichtet.

agetaa  angetan <Verb>
 De Illrn hamm dan suwos agetaa? ... Die Eltern haben ihm soetwas angetan?

aguggn1  angucken; ansehen; etwas betrachten
 Mor kaafn nischt, mor wollns bluß mol aguggn. ... Wir kaufen nichts, wir wollen es bloß mal ansehen.

aguggn2  fernsehen

ahärn  anhören <Verb>
 Du mechst de Entschuldschung zewengstn mol ahärn. ... Du möchtest die Entschuldigung wenigstens mal anhören.

ahkeiln  etwas Kompliziertes anfangen <Verb>
 Iech wess noch net, wie mr dos ahkeiln. ... Ich weiß noch nicht, wie das gehen könnte.

a(h)lichtln  zur Weihnachtszeit die ersten Lichter (Kerzen) anzünden

ahliegn  anlügen <Verb>
 Warim wolltst du miech ahliegn? ... Warum wolltest du mich anlügen?

ahm <))  eben (zur Bestätigung)
 no ahm <)) ... na eben
 S is ahm su. <)) ... Es ist eben so.

ahriehrn  anrühren
 Die Farb musste arscht ahriern. ... Die Farbe musst du erst anrühren.
 ... un ja net die Torte ahriern, mr krieng Besuch. ... ... und ja nicht die Torte anrühren (davon naschen), wir kriegen Besuch.

ahschiern  anschüren (Feuer anzünden)

ahstachln  anstacheln, ansticheln, ärgern
 Dar wollt miech ahstachln, abr dar archrt miech net, grod dar. ... Der wollte mich anstacheln, aber der ärgert mich nicht, gerade der.

akkerat  akkurat, genau, exakt <Adjektiv>
 Dar is ganz akkerat, dar nimmts genau. ... Der ist ganz akkurat, der nimmt es genau.

akloppn  anklopfen <Verb>
 Kunnst zewingstn akloppn. ... Du konntest wenigstens anklopfen.

alarne  anlernen (auf eine Tätigkeit vorbereiten) <Verb>
 Dr Maastr tut ne salbr alarne. ... Der Meister lernt ihn selbst an.

allaa <))  alleine
 Ich bie esu allaa <)) ... Ich bin so alleine

allaans <))  allein [mengen]

allanich <))  allein <)) [mengen]

alle  alte <Adjektiv>
 Die alle Hus ziste net a! ... Die alte Hose ziehst du nicht an!

allerhond <))  viel, allerlei [mengen]
 allerhand Zeich ... viele Sachen; ganz schön viel
 Dos is Allerhond! <)) ... Das hätte ich nicht erwartet! Das ist unerhört!

alletooch  täglich [wörtlich: alle Tage]
 Alletooch kimmt dar hier vorbei. ... Täglich kommt er hier vorbei.

allewoch  wöchentlich

allmeitog  nie anders gewesen (alle meine Tage)
 Dos mach iech allmeitog su. ... Das mache ich schon immer so.

Almet, de <))  Küchenschrank, Brotschrank Kasten zu verschiedenem Gebrauch wörtlich: Alm, Brotalm [haus]
 Aus dr Almet winkt dr zu, Sauerkärsch un Ziteru (Likör) ... Liköre stehen verlockend im Brotschrank

Alterle <))  Stadt Elterlein [gemeinden]

altvatrisch  altmodisch [wörtlich: altväterisch] <Adj.>
 Dos altvatrische Zeig zieht heit kaaner meh aa. ... Das altmodische Zeug zieht heute keiner mehr an.

Amaasen, de  Ameisen

anamme <)) <))  annehmen, sich um etwas kümmern <Verb>
 Du kenntst aah mol en gutn Rot anamme! ... Du könntest auch mal einen guten Rat annehmen.

andtue  leidtun <Verb>
 Wardsn dee zewingstn andtue? ... Wird es ihm wenigstens leidtun?

Angsthos, dr <))  Feigling, Angsthase
 Su e Angsthos: Dar Hund tut nischt. ... So ein Angsthase: Der Hund tut nichts.

annersch <))  anders <Adv.>
 Drehs mol annersch rim. ... Dreh es mal andersrum.

annerschwu  anderswo
 Iech hobs annerschwu billschr gesah. ... Ich habe das anderswo billiger gesehen.

Anterich, dr  Erpel; Enterich
 Dr Anterich kimmt aa in de Pfann. ... Der Enterich kommt auch in die Pfanne.

Antn, de; Ant, de  die Enten, die Ente
 De Antn hamm de Wies vollgeschissn, mr kaa siech net ins Gros legn. ... Die Enten haben die Wiese derart vollgeschissen, dass man sich nicht ins Gras legen kann.

anzichsmol <))  (das) einzige Mal [mengen]
 E anzichsmol hob iech hier geparkt, ehrlich. ... Ein einziges Mal habe ich hier geparkt, ehrlich.

Apethek, de <))  Apotheke
 e Furz in de Walt is bessr als ne Mark in de Apethek <)) ... ein Furz in die Welt ist besser als eine Mark in die Apotheke

araunzn <))  jemanden zurechtweisen, meckern, rüffeln, anschnauzen
 Du kast annre araunzn ... ... Du kannst andere anschnauzen ...

Arbett, de <))  Arbeit [arbeit]

arbettn <)) <))  arbeiten [arbeitzeitwoerter]

Arbsn, de  die Erbsen
 ... wie iech die Arbsnzehlr lieb ... ... ... wie ich diese Erbsenzähler liebe... (jemand, der kleinlich, geizig ist) .
 Heit gibts Arbsneintopp. ... Heute gibt es Erbseneintopf.

Archr, dr <))  der Ärger
 bluß Archr <)) ... bloß Ärger

Ard, de  die Erde
 Du hast ja schiene Blumeard. ... Du hast ja schöne Blumenerde.
 Wieviel Menschn lahm dee itze of dr Ard? ... Wieviele Menschen leben denn jetzt auf der Erde?
 Erhalt die Ard, mr hom bluß die aane! ... Erhaltet die Erde, wir haben bloß die eine!
 De Ard un ARD is zweherlä. ... Die Erde un ARD ist zweierlei.

Ardäppl, dr <))  Kartoffel; siehe auch Erdäppl [wörtlich: Erdapfel]

Ardbebn, is  das Erdbeben
 Nee, su e schlimmes Ardbebn, die arme Leit! ... Nein, so ein schlimmes Erdbeben, die armen Menschen!

areimln <))  mit Rauhreif überziehen <Verb> [wetter]
 de Baam sei agereimlt <)) ... die Bäume sind mit Rauhreif überzogen

Arfel  "ein Arm voll" als Mengenangabe; die Menge, die man mit einem Mal wegnehmen kann [mengen]
 e Arfel Hei ... ein Arm voll Heu

arichtn  anrichten; 1. vorbereitete Speisen, Salate, Brote u. Ä. auf Schüsseln und Platten [garnieren und] zum Verzehr bereitstellen; 2. [unbeabsichtigt] etwas Negatives verursachen <Verb>
 1. Se homs fei derwaagn schie agericht. ... 1. Sie haben es eigentlich schön angerichtet (dekoriert).
 2. Dar muss for dan agerichtn Schodn aufkumme. ... 2. Er muss für den angerichteten Schaden aufkommen.

Armetei, de  größte Armut
 Bei dann is de Armetei ze kenn End. ... Bei denen nimmt die Armut kein Ende.

arnst  ernst <Adjektiv>
 Wenn de salbr kimmst wards arnst. ... Wenn du selber kommst wird es ernst.

Arnt, de  Ernte
 Mol sah, wie heier de Arnt ward. ... Mal sehen, wie dieses Jahr die Ernte wird.

Arrtum, dr  Irrtum; aus Mangel an Urteilskraft, Konzentration o.Ä. fälschlich für richtig gehaltener Gedanke; falsche Vorstellung, Handlungsweise
 Mor muss aa en Arrtum zugahm kenne. ... Man muss auch einen Irrtum zugeben können.

Arschgeich, de  Person, auf die jemand wütend ist [wörtlich: Arschgeige, Gesäßvioline]
 du Arschgeich ... du Arschgeige

Arschgelapp, is  das allerallerletzte dümmste Geschwätz
 Sei Arschgelapp hälste net aus. ... Sein dummes Geschwätz ist das Allerletzte, es ist nicht auszuhalten.

Arschr, dr  Ärger
 Mit dan vorborschtn Zeich haste bluß Arschr. ... Mit diesem ausgeliehenen Zeug hat man nur Ärger.

arscht  erst
 Arscht kumm iech, dann kimmt ne ganze Weil nischt un dann kimmst du. ... Erst komm ich, dann kommt eine ganze Weile nichts und dann kommst du.
 Mr wolln net kaafn, arscht mol guckn. ... Wir wollen nicht kaufen, wir möchten erst mal schauen.

aruffn  anrufen
 Du wolltst miech doch aruffn. ... Du wolltest mich doch anrufen.

Arz, is  Erz
 Nach Arz ward schie wiedr gegrobm. ... Nach Erz wird schon wieder gegraben.

Arzgebirg, is <))  Erzgebirge [heimat]

Arzgebirgr,dr <))  der Erzgebirger
 Is heßt net "Arzgebirgler", weils ah net "Vochtländler" heeßt. <)) ... Es heißt nicht Erzgebirgler, weil es auch nicht Vogtländler heißt.

Arzgebirgsch  Erzgebirgisch - Mundart, Dialekt
 Unner Arzgebirgsch wolln mor dorhalln. ... Unser Erzgebirgisch wollen wir erhalten.
 Arzgebirgsch is ne Wissnschaft for siech, se will verstanne sei. ... Erzgebirgisch ist eine Wissenschaft für sich, sie will verstanden sein.

asaue  grob werden; (verbal) schlecht behandeln; beschimpfen <Verb>
 Von dan loss iech miech net su asaue. ... Von dem lasse ich mich nicht so grob beschimpfen.

Asch, dr <))  Schüssel, Napf, Topf
 Aschkuung <)) ... Napfkuchen
 Aufwaschasch <)) ... Aufwaschschüssel, Aufwaschbecken

aschiem  anschieben <Verb>
 Am arschtn Advent tu mor de gruße Peremett aschiem. ... Am 1. Advent wird die große Pyramide angeschoben.
 De Battrie is niedr, kenntst miech mol aschiem. ... Die Batterie ist leer, du könntest mich mal anschieben.

aschmiern  beschmieren; betrügen
 Su e Dracksack hot de Wand ageschmiert. ... So ein Schmutzfink hat die Wand beschmiert.
 S is ne Frechhaat, wie se de Leit heitzetog aschmiern. ... Es ist eine Frechheit, wie die Leute heutzutage betrogen werden.

aschnauzn  anschnauzen; jemanden zurechtweisen, meckern, rüffeln
 Wenn iech diech nu aa esu aschnauzn tet? ... Wenn ich dich nun auch so anschnauzen würde?

Aschnittl, is <))  Brotanschnitt, siehe auch Ranftl; kleine Abschnitte, z.B von Blechen [essen]
 Heb mol die ganzn Aschnittln auf, wie sieht dee dos aus. ... Heb mal alle Abschnitte auf, wie sieht denn das aus.
 In Barnsbach gibts viele Aschnittln, weil do viel Blach bearbt ward. ... In Bernsbach gibt es viele Abschnitte, weil dort viel Blech bearbeitet wird.

Asichtskart, de  die Ansichtskarte
 Eire Asichtskart is nuch net do. ... Eure Ansichtskarte ist noch nicht angekommen.

Assn, is <))  das Essen

Ast1, dr <))  Ast, stärkerer Zweig eines Baumes <dr Ast, de Äst> [pflanzen]

Ast2, dr <))  Rücken oder auch Verkrümmung desselben (Buckel)
 iech lach mir en Ast ... ich lach mich krumm und bucklig

astännig  anständig <Adjektiv>
 Dar hot astännige Kinnr. ... Der hat anständige Kinder.

asteckn  anstecken <Verb>
 Gute Laune kaa asteckn, schlachte abr aa. ... Gute Laune kann anstecken, schlechte aber auch.

astiftn <)) <))  anstiften [auch azettln]

Astreichr, dr <))  Maler [wörtlich: Anstreicher]
 Bei uns sei aa de Astreichr Molr. ... Bei uns sind auch die Anstreicher Maler.
 S gibt aa Astreichr, die Kinstlr sei. ... Es gibt auch Anstreicher, die Künstler sind.

asuh  auch so
 ... dos sah iech asuh. ... ... das sehe ich auch so.

asuh; a esu  auch so
 ... dos sah iech asuh. ... ... das sehe ich auch so.

atatschn  betatschen; befingern, berühren, betasten <Verb>
 ... olles arscht atatschn. ... ... alles erst betatschen.
 Manche neie Händys hamm gar keene Tastn, do musste dos Displee atatschn. Das heeßt dann "Tatschskrien"! ... Manche neue Handys haben gar keine Tasten, da musst du das Display berühren. Das heißt dann Touchscreen.

atraatn  antreten <Verb>
 Nu darfr bein TÜV nochmol atraatn ... ... Nun darf er beim TÜV nochmal vorfahren ...

attln <))  wirres Zeug bzw. Unsinn reden und tun; wild gestikulieren <Verb> auch Geattl
 Ihr attlt doch bluß rim, dos ward doch nischt Genaus. ... Ihr macht doch nur wirres Zeug, das wird doch nichts Genaues.

Atzn, dr <))  großes Stück
 e Atzn Flaasch <)) ... ein großes Stück Fleisch

Auf!  Glück auf! (siehe auch Glick auf)

aufgehubm  aufgehoben
 Bei uns ward olles aufgehubm. ... Bei uns wird alles aufgehoben.

aufgezugn  aufgezogen; etwas aufgespannt; etwas spannen (Feder); etwas großgezogen; aufmarschiert; provoziert, veralbert
 De Starn sei aufgezugn. ... Die Sterne sind aufgezogen.
 Haste aa dein Weckr aufgezugn? ... Hast du auch deinen Wecker aufgezogen (gestellt)?
 Dar hot sein Gung allaa aufgezugn. ... Der hat seinen Sohn allein aufgezogen.
 Nu hammse diech abr wiedr aufgezugn. ... Nun haben sie dich aber wieder geärgert.

Aufgob, de  die Aufgabe
 Iech bie glei fartsch, noch aane Aufgob. ... Ich bin gleich fertig, ich habe nur noch eine Aufgabe zu lösen.

aufhuckln <))  auf den Rücken laden (z.B. einen Rucksack), anziehen <Verb> [kleidung]

aufklahm <))1  aufkleben <Verb>

aufklahm <))2  aufheben, aufsammeln, aufklauben <Verb>

aufnamme  aufnehmen; etwas vom Boden aufnehmen; einen Film aufnehmen (aufzeichnen); etwas verstehen <Verb>
 Iech war en Rucksack aufnamme, du de Tasch. ... Ich werde den Rucksack aufnehmen, du die Tasche.
 Dan Film missmor aufnamme. ... Diesen Film müssen wir aufnehmen (aufzeichnen).
 Iech kaa heit nischt meh aufnamme ... ... Ich kann heute nichts mehr aufnehmen (verstehen).

aufreeng  aufregen <Verb>
 Iebr olles missn die siech aufreeng. ... Über alles müssen die sich aufregen.
 Du rechst miech net auf - du net! ... Du regst mich nicht auf - du nicht!

auftakln, sich <))  sich auffällig anziehen, sich (übertrieben) schick machen <Verb> [kleidung]
 Su aufgetaklt geng iech net. ... So augetakelt ginge ich nicht.

auftreing  Wasser vom Fußboden auftrocknen, Geschirr abtrocknen
 Tu mol die Pfitz auftreing. ... Mach mal die Pfütze weg.

Aufwosch, dr <))  Aufwasch
 in an Aufwosch <)) ... mit einem Mal [zeiten]

aufwurzln  aufwurzeln; auf den Putz oder auf die Pauke hauen, dass es bis in die Wurzeln zu spüren ist
 Heit ward aufgewurzlt, dass de Heide wacklt. ... Heute hauen wir auf den Putz, dass die Heide wackelt (auch die Wurzeln mit).

aufzieh  1. nach oben ziehen, etwa zum Öffnen; 2. ein Uhrwerk mit Feder aufziehen; 3. (umgangssprachlich) jemanden necken, provozieren
 Dos is zugeschwaaßt, do musste arscht die Folie aufzieh. ... Das ist zugeschweißt, da musst du zuerst die Folie aufziehen.
 Loss diech doch net esu aufzieh. ... Lass dich doch nicht so necken.

Augustr, de <))  die Augustäpfel (Klaräpfel - sie werden im August reif)
 Habtr schu Augustr? ...Unnre sei noch grie! <)) <)) ... Habt ihr schon Klaräpfel? ...Unsere sind noch nicht reif!

Auktschon, de  Auktion; Versteigerung
 Die Auktschon gieht noch paar Tog. ... Die Auktion läuft noch ein paar Tage.

ausbäe, sich <))  sich am Ofen wärmen <Verb>

ausbodn  ausbaden; die Folgen tragen für etwas, was man selbst oder (häufiger) ein anderer verschuldet hat <Verb>
 Dos musste salbr ausbodn. ... Das musst du selbst ausbaden.

ausbuudsn  ausschlafen <Verb>
 Na, haste diech ausgebuudst? ... Na, hast du ausgeschlafen?

ausdamme  verunglücken
 miech hots daamisch ausgedammt ... ich bin arg verunglückt

ausenannr  auseinander <Adjektiv>
 Die zwee sei fei schu lang ausenannr. ... Die zwei haben sich schon lange getrennt.

ausfitzn  entwirren
 Dan Droht kaaste salbr ausfitzn. ... Den Draht kannst du selst ausfitzen (entwirren).
 Uff dan Kassnzettl stieht olles, dos missn mr nu ausfitzn. ... Auf dem Kassenbon steht alles drauf, das müssen wir nun aussortieren.

ausfläumln  feine Strukturen auseinandernehmen (Flaum -Flaumfedern, feines Haar-) <Verb>
 Dos kaste salbr ausfläumln, dos is nischt for miech. ... Das kannst du selbst regeln, das ist nichts für mich.

ausgehaa  ausgehauen <Verb>
 Dan Gung hotr ausgehaa, dobei misstr salbr Drasch krieng. ... Den Jungen hat er ausgehauen, dabei müsste er selbst Prügel bekommen.

ausgeneht  raffiniert jemanden ausnutzen
 Die sei ausgeneht, pass bissl auf! ... Pass auf, dass sie dich nicht ausnutzen.

ausgenerglt <)) <))  abgearbeitet, verbraucht, alt <Adj.>

aushookn  aushaken; 1. durch Lösen des Hakens öffnen, losmachen; loshaken; 2. sich aus der Verhakung lösen; 3. (umgangssprachlich) jemand versteht, begreift die Handlungsweise eines anderen nicht, hat kein Verständnis dafür; völlig aus dem Konzept kommen; Geduld ist zu Ende, jemand verliert die Nerven
 1. Arscht aushookn, dann gieht dr Rucksack runnr. ... 1. Ers den Haken öffnen, dann geht der Rucksack herunter.
 2. Itze hot siech dar Segelflieschr ausgehookt. ... Jetzt hat sich der Segelflieger ausgehakt.
 3. Wenn iech suwos här, dann hookts bei mir aus. ... 3. Wenn ich so etwas höre, dann hakts bei mir aus.
 Bei dan tots aushookn, dar vorlur de Narvn un bleeket ne aa. ... Bei ihm hakte es aus, er verlor die Nerven und schrie ihn an.

auskaschpern  aushandeln <Verb>

auslatschn <))  untreu sein, ehelichen Seitensrpung machen <Verb>
 Dei Nachbar tut aa auslatschn. ... Dein Nachbar ist auch untreu.

Ausloong, de <))  Schaufenster [Auslagen für Waren] auch Auslooch

Ausnahm, de  Ausnahme; Abweichung von der geltenden Regel; Sonderfall
 Bei dir mach iech mol ne Ausnahm. ... Bei dir mache ich mal eine Ausnahme.

ausputzn  ausbeuten; etwas restlos entleeren <Verb>
 Dar is ze gut, dan warn se abr ausputzn. ... Der ist zu gutmütig, de werden sie aber ausbeuten.
 Mechste in Puddingtopp ausputzn? ... Möchtest du den Puddingtopf ausputzen?

aussaagn  aussägen <Verb>
 Du wolltst mr doch aa en Schwibbuung aussaagn ... ... Du wolltest mir doch auch einen Schwibbogen aussägen ...

ausschirn  ausscheren, aus der Spur geraten, schlapp machen <Verb>
 Dan hots ganz schie augeschirnt. ... Der ist ganz schön aus der Spur geraten (er hat schlapp gemacht).

außnrim  außenrum; außen (um etwas Bestimmtes) herum
 Mor giehe heit mol außnrim. ... Wir gehen heute mal außen herum.

aussparrn  aussperren
 Dr Wind knallt de Tier zu, dr Schlissl drinne, dos Aussparrn war teier. ... Der Wind knallt die Tür zu, der Schlüssel war drin, dieses Aussperren war teuer.

ausstaffiern <))  ausstatten, mit Kleidung ausstatten <Verb>

ausstoppn  ausstopfen
 Nu musste dos Kissn noch ausstoppn. ... Nun musst du das Kissen noch ausstopfen.

austiftln <)) <))  exakt ausrechnen, genau planen <Verb> [zeitwoerter]
 <tiftlt aus, tiftlte aus, hat ausgetiftlt> ... Konjugation von austiftln

auswachsln  auswechseln <Verb>
 ne Barr auswachsln ... eine Glühbirne auswechseln

auswennisch  auswändig
 Iech hob dos auswennisch gelarnt, do vergass iechs net. ... Ich habe es auswändig gelernt, da vergesse ich es nicht.
 Dann Baumarkt kenn iech innewennisch und auswennisch. ... Diesen Baumarkt kenne ich in- und auswändig.

auszähnge  auszeichnen; Markierung anbringen (Preisschild); Auszeichnung verleihen <Verb>
 Heit wolltst du de Preise auszähnge. ... Heute wolltest du die Preise auszeichnen.
 Dar ist gut, dan solltn se auszähnge. ... Der ist gut, den sollten sie auszeichnen.

azesah  anzusehen <Verb>
 De Blietn warn harrlich azesah. ... Die Blüten waren herrlich anzusehn.

azettln <)) <))  anstiften, anzetteln <Verb> [zeitwoerter]
 <azettln, zettlte a, hat agzettlt> ... Konjugation von azettln

aziehn <))  anziehen <Verb>

Aziehzeich, is <))  Bekleidung, Anziehsachen = etwas zum Anziehen

Azuch, dr <))  Anzug [kleidung]
 Wu haste dee dan altvatrischen Azuch har? <)) ... Wo hast du denn den altmodischen Anzug her?

Azucht, de <))  die Anzucht (zur Entwässerung von Tiefkelleranlagen)
 De Kallrazucht (Kallrschleis) is schu wiedr vrstoppt. ... Die Kelleranzucht (Kellerschleuse) ist schon wieder verstopft.

azwitschrn <))  sich Mut antrinken, generell auch Alkohol trinken [wörtlich anzwitschern] <Verb>
 Bvorer zer Lies naufging, hotr sich an agezwitschrt <)) ... Bevor er zur Liese ging, hat er sich Mut angetrunken [vergnuegenspeisentrinken]


© Andreas Göbel 2010
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