| A wie Afang - Is dar ehmol gmacht, giehts wie vu allaa | [Übersicht] [Neues Stichwort] | Aajedr wass, deß bei uns de "Hasen" Hosn haasn. Net zu vrwachsln mit de Baakleedr; sonnern dis sin de Viechr, die im Stoll stiehe odr of dr Wies rimhoppln.
Wie man sieht, wird ein schriftdeutsches "a" im Erzgebirgischen häufig zu "o". So beim Hasen (dr Hos), beim Schaf (is Schof) als auch beim naheliegenden Braten (dr Brotn). Auf der anderen Seite steht aber auch "a", wo im Hochdeutschen andere Laute zu finden sind. Zu nennen wären "ä" in Jäger (dr Jachr) oder - um beim obigen Beispiel zu bleiben - in Schäfchen (de Schafln). Man denke auch an das Räuchermännchen (Raachermannl). Gleiches gilt für den Zwielaut "ei": der Stein (dr Staa), kein (kaa), Meister (dr Maastr); und für den Zwielaut "au": der Baum (dr Baam), kaufen (kaafn). Auch das "e" wird mitunter zum "a": Leder (is Ladr), leben (lahm), nehmen (nahm). Die Vorsilbe "an" erfährt ein ähnliches Schicksal und wird zu "a" rediziert: anziehen (aziehe), Anfang (dr Afang). |
| | des is aa esu ... das ist auch so |
| | <is Aach; de ↗Aang> |
| | im e Aach ... beinahe, knapp daneben <wörtlich um ein Auge> |
| | rute Aang ... rote Augen |
| | Ne Aadeiting hammse schu gemacht ... ... Eine Andeutung haben sie schon gemacht. |
| | Dar kricht en Aafoll un kippt im ... ... Der bekommt einen Anfall und kippt um ... |
| | ... ne Aafroch kost nischt ... ... eine Anfrage kostet nichts |
| | Dos war im Aagebut! ... Das war im Angebot! |
| | Gepflanzt hob iech dos net, dos is aageflugn. ... Gepflanzt habe ich das nicht, das ist angeflogen. |
| | Uhne Aalaaf kimmste dan Barg net nauf. ... Ohne Anlauf kommst du diesen Berg nicht hoch. |
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aalarne |
anlernen (auf eine Tätigkeit vorbereiten) <Verb> |
| | ... dr Maastr tut ne salbr aalarne. ... ... der Meister lernt ihn selbst an. |
| | ... in dr Aaleiting stand nischt ... ... in der Anleitung stand nichts |
| | Iech kennt net schedn aamarn. ... Ich könnte nicht jeden anquatschen. |
| | Nimmst en Aamr for de alln Äppln. ... Nimm einen Eimer für die alten Äpfel (Fallobst). |
| | Dos is mor aanerlaa. ... Das ist mir egal. |
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aane verwinkt2 |
jemandem eine ohrfeige gegeben annaberg und umgebung |
| | Aanzlhetn kenn iech net. ... Einzelheiten kenne ich nicht. |
| | Bitte aanzln reikumme, net olle uff emol. ... Bitte einzeln eintreten, nicht alle zugleich. |
| | is aanzsche Kind ... das einzige Kind |
| | mei ennzsches Gald ... mein einziges Geld |
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aaputzn |
anputzen; verkleiden; maskieren <Verb> |
| | Ze Fosnd wolln die siech wiedr aaputzn. ... Zur Fastnacht wollen sie sich wieder verkleiden. |
| | Gestrn wolltsch diech aafuffm. - Und? - Vrgassn! ... Gestern wollte ich dich anrufen. - Und? - Vergessen! |
| | Su e Aasah kimmt net vu allanae. ... So ein Ansehen kommt nicht von alleine. |
| | Wos die for Aasprich stilln ... ... Was die für Ansprüche stellen ... |
| | Mir stilln kaane Aasprüch. ... Wir stellen keine Ansprüche. |
| | Nu hot dar schu wiedr ne Aazeich. ... Nun hat er schon wieder eine Anzeige. |
Abee, dr |
Klo, Toilette (nur im Singular benutzt) [haus] |
| | Iech muß emohl uffn Abee. ... Ich muß aufs Klo. [befinden] |
| | Dar wollt fei bei mir abendln, dar is doch vorheirat. ... Der wollte tatsächlich bei mir anbendeln, der ist aber doch verheiratet. |
| | Mr missn gieh, s is schu achte dorch. ... Wir müssen gehen, es ist schon kurz nach acht. |
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Adacht, de |
Andacht, Geduld, Nachdenken |
| | Bissl Adacht brauchste schu. ... Etwas Geduld und Nachdenken braucht man schon. |
| | Die alle Ääsch musstn se immachn, die war ganz huhl. ... Die alte Eiche musste gefällt werden, sie war ganz hohl. |
| | ... un ob mir wos dra ännern kenne ... denk an 89! ... ... und ob wir etwas daran ändern können ... denke an 1989! |
| | Dos gobs for en Äppl un e Ei. ... Das gab es für einen Apfel und ein Ei. (Das war sehr billig.) |
ärschlich |
seitenverkehrt, rückwärts; verkehrt falsch; heimtückisch, übel ; auch ↗ärschlinks <Adv.> [wörtlich: mit dem Arsch nach vorn] [orte] |
| | in de ärschliche Kahl krieng ... sich verschlucken wörtlich: in die falsche Kehle bekommen |
| | is Hemd ärschlich ahamm ... das Hemd verkehrt herum anhaben |
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ästemiern |
ästimieren; jemanden schätzen, beachten, würdigen <Verb> |
| | Die hamm miech iebrhaupt net ästemiert. ... Die haben mich überhaupt nicht beachtet. |
| | A wie Afang - Is dar ehmol gmacht, giehts wie vu allaa ... A wie Anfang - Ist der einmal gemacht, geht es wie von allein. |
| | Unnre Gunge missmor afeiern. ... Unsere Jungs müssen wir anfeuern. |
| | Tu ner mol dan Grill endlich afeiern. ... Zünde mal endlich den Grill an. |
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agaam |
angeben; Angaben machen; prahlen, pranzen <Verb> |
| | Dos musste bein Finanzamt agaam. ... Das musst du beim Finanzamt angeben. |
| | ... wie se heit wiedr agaam! ... ... wie sie heute wieder angeben (prahlen) |
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agericht |
angerichtet; Unfug angestellt; Speisen bereitgestellt |
| | Wos habtr dee hier fürn Schodn agericht? ... Was habt ihr denn hier für einen Schaden angerichtet? |
| | Dos kalle Bewe is abr schie agericht. ... Das kalte Büfett ist aber schön angerichtet. |
| | De Illrn hamm dan suwos agetaa? ... Die Eltern haben ihm soetwas angetan? |
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aguggn1 |
angucken; ansehen; etwas betrachten |
| | Mor kaafn nischt, mor wollns bluß mol aguggn. ... Wir kaufen nichts, wir wollen es bloß mal ansehen. |
| | Du mechst de Entschuldschung zewengstn mol ahärn. ... Du möchtest die Entschuldigung wenigstens mal anhören. |
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ahkeiln |
etwas Kompliziertes anfangen <Verb> |
| | Iech wess noch net, wie mr dos ahkeiln. ... Ich weiß noch nicht, wie das gehen könnte. |
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a(h)lichtln |
zur Weihnachtszeit die ersten Lichter (Kerzen) anzünden |
| | Warim wolltst du miech ahliegn? ... Warum wolltest du mich anlügen? |
ahm |
eben (zur Bestätigung) |
| | no ahm ... na eben |
| | S is ahm su. ... Es ist eben so. |
| | Die Farb musste arscht ahriern. ... Die Farbe musst du erst anrühren. |
| | ... un ja net die Torte ahriern, mr krieng Besuch. ... ... und ja nicht die Torte anrühren (davon naschen), wir kriegen Besuch. |
| | Dar wollt miech ahstachln, abr dar archrt miech net, grod dar. ... Der wollte mich anstacheln, aber der ärgert mich nicht, gerade der. |
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akkerat |
akkurat, genau, exakt <Adjektiv> |
| | Dar is ganz akkerat, dar nimmts genau. ... Der ist ganz akkurat, der nimmt es genau. |
| | Kunnst zewingstn akloppn. ... Du konntest wenigstens anklopfen. |
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alarne |
anlernen (auf eine Tätigkeit vorbereiten) <Verb> |
| | Dr Maastr tut ne salbr alarne. ... Der Meister lernt ihn selbst an. |
| | Ich bie esu allaa ... Ich bin so alleine |
| | Die alle Hus ziste net a! ... Die alte Hose ziehst du nicht an! |
| | allerhand ↗Zeich ... viele Sachen; ganz schön viel |
| | Dos is Allerhond! ... Das hätte ich nicht erwartet! Das ist unerhört! |
| | Alletooch kimmt dar hier vorbei. ... Täglich kommt er hier vorbei. |
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allmeitog |
nie anders gewesen (alle meine Tage) |
| | Dos mach iech allmeitog su. ... Das mache ich schon immer so. |
Almet, de |
Küchenschrank, Brotschrank Kasten zu verschiedenem Gebrauch wörtlich: Alm, Brotalm [haus] |
| | Aus dr Almet winkt dr zu, Sauerkärsch un ↗Ziteru (Likör) ... Liköre stehen verlockend im Brotschrank |
| | Dos altvatrische Zeig zieht heit kaaner meh aa. ... Das altmodische Zeug zieht heute keiner mehr an. |
anamme |
annehmen, sich um etwas kümmern <Verb> |
| | Du kenntst aah mol en gutn Rot anamme! ... Du könntest auch mal einen guten Rat annehmen. |
| | Wardsn dee zewingstn andtue? ... Wird es ihm wenigstens leidtun? |
| | Su e Angsthos: Dar Hund tut nischt. ... So ein Angsthase: Der Hund tut nichts. |
| | Drehs mol annersch rim. ... Dreh es mal andersrum. |
| | Iech hobs annerschwu billschr gesah. ... Ich habe das anderswo billiger gesehen. |
| | Dr Anterich kimmt aa in de Pfann. ... Der Enterich kommt auch in die Pfanne. |
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Antn, de; Ant, de |
die Enten, die Ente |
| | De Antn hamm de Wies vollgeschissn, mr kaa siech net ins Gros legn. ... Die Enten haben die Wiese derart vollgeschissen, dass man sich nicht ins Gras legen kann. |
| | E anzichsmol hob iech hier geparkt, ehrlich. ... Ein einziges Mal habe ich hier geparkt, ehrlich. |
| | e Furz in de Walt is bessr als ne Mark in de Apethek ... ein Furz in die Welt ist besser als eine Mark in die Apotheke |
araunzn |
jemanden zurechtweisen, meckern, rüffeln, anschnauzen |
| | Du kast annre araunzn ... ... Du kannst andere anschnauzen ... |
| | ... wie iech die Arbsnzehlr lieb ... ... ... wie ich diese Erbsenzähler liebe... (jemand, der kleinlich, geizig ist) . |
| | Heit gibts Arbsneintopp. ... Heute gibt es Erbseneintopf. |
| | bluß Archr ... bloß Ärger |
| | Du hast ja schiene Blumeard. ... Du hast ja schöne Blumenerde. |
| | Wieviel Menschn lahm dee itze of dr Ard? ... Wieviele Menschen leben denn jetzt auf der Erde? |
| | Erhalt die Ard, mr hom bluß die aane! ... Erhaltet die Erde, wir haben bloß die eine! |
| | De Ard un ARD is zweherlä. ... Die Erde un ARD ist zweierlei. |
| | Nee, su e schlimmes Ardbebn, die arme Leit! ... Nein, so ein schlimmes Erdbeben, die armen Menschen! |
| | de ↗Baam sei agereimlt ... die Bäume sind mit Rauhreif überzogen |
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Arfel |
"ein Arm voll" als Mengenangabe; die Menge, die man mit einem Mal wegnehmen kann [mengen] |
| | e Arfel Hei ... ein Arm voll Heu |
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arichtn |
anrichten; 1. vorbereitete Speisen, Salate, Brote u. Ä. auf Schüsseln und Platten [garnieren und] zum Verzehr bereitstellen; 2. [unbeabsichtigt] etwas Negatives verursachen <Verb> |
| | 1. Se homs fei derwaagn schie agericht. ... 1. Sie haben es eigentlich schön angerichtet (dekoriert). |
| | 2. Dar muss for dan agerichtn Schodn aufkumme. ... 2. Er muss für den angerichteten Schaden aufkommen. |
| | Bei dann is de Armetei ze kenn End. ... Bei denen nimmt die Armut kein Ende. |
| | Wenn de salbr kimmst wards arnst. ... Wenn du selber kommst wird es ernst. |
| | Mol sah, wie heier de Arnt ward. ... Mal sehen, wie dieses Jahr die Ernte wird. |
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Arrtum, dr |
Irrtum; aus Mangel an Urteilskraft, Konzentration o.Ä. fälschlich für richtig gehaltener Gedanke; falsche Vorstellung, Handlungsweise |
| | Mor muss aa en Arrtum zugahm kenne. ... Man muss auch einen Irrtum zugeben können. |
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Arschgeich, de |
Person, auf die jemand wütend ist [wörtlich: Arschgeige, Gesäßvioline] |
| | du Arschgeich ... du Arschgeige |
| | Sei Arschgelapp hälste net aus. ... Sein dummes Geschwätz ist das Allerletzte, es ist nicht auszuhalten. |
| | Mit dan vorborschtn Zeich haste bluß Arschr. ... Mit diesem ausgeliehenen Zeug hat man nur Ärger. |
| | Arscht kumm iech, dann kimmt ne ganze Weil nischt un dann kimmst du. ... Erst komm ich, dann kommt eine ganze Weile nichts und dann kommst du. |
| | Mr wolln net kaafn, arscht mol guckn. ... Wir wollen nicht kaufen, wir möchten erst mal schauen. |
| | Du wolltst miech doch aruffn. ... Du wolltest mich doch anrufen. |
| | Nach Arz ward schie wiedr gegrobm. ... Nach Erz wird schon wieder gegraben. |
| | Is heßt net "Arzgebirgler", weils ah net "Vochtländler" heeßt. ... Es heißt nicht Erzgebirgler, weil es auch nicht Vogtländler heißt. |
| | Unner Arzgebirgsch wolln mor dorhalln. ... Unser Erzgebirgisch wollen wir erhalten. |
| | Arzgebirgsch is ne Wissnschaft for siech, se will verstanne sei. ... Erzgebirgisch ist eine Wissenschaft für sich, sie will verstanden sein. |
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asaue |
grob werden; (verbal) schlecht behandeln; beschimpfen <Verb> |
| | Von dan loss iech miech net su asaue. ... Von dem lasse ich mich nicht so grob beschimpfen. |
Asch, dr |
Schüssel, Napf, Topf |
| | Aschkuung ... Napfkuchen |
| | Aufwaschasch ... Aufwaschschüssel, Aufwaschbecken |
| | Am arschtn Advent tu mor de gruße Peremett aschiem. ... Am 1. Advent wird die große Pyramide angeschoben. |
| | De Battrie is niedr, kenntst miech mol aschiem. ... Die Batterie ist leer, du könntest mich mal anschieben. |
| | Su e Dracksack hot de Wand ageschmiert. ... So ein Schmutzfink hat die Wand beschmiert. |
| | S is ne Frechhaat, wie se de Leit heitzetog aschmiern. ... Es ist eine Frechheit, wie die Leute heutzutage betrogen werden. |
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aschnauzn |
anschnauzen; jemanden zurechtweisen, meckern, rüffeln |
| | Wenn iech diech nu aa esu aschnauzn tet? ... Wenn ich dich nun auch so anschnauzen würde? |
| | Heb mol die ganzn Aschnittln auf, wie sieht dee dos aus. ... Heb mal alle Abschnitte auf, wie sieht denn das aus. |
| | In Barnsbach gibts viele Aschnittln, weil do viel Blach bearbt ward. ... In Bernsbach gibt es viele Abschnitte, weil dort viel Blech bearbeitet wird. |
| | Eire Asichtskart is nuch net do. ... Eure Ansichtskarte ist noch nicht angekommen. |
Ast1, dr |
Ast, stärkerer Zweig eines Baumes <dr Ast, de Äst> [pflanzen] |
Ast2, dr |
Rücken oder auch Verkrümmung desselben (Buckel) |
| | iech lach mir en Ast ... ich lach mich krumm und bucklig |
| | Dar hot astännige Kinnr. ... Der hat anständige Kinder. |
| | Gute Laune kaa asteckn, schlachte abr aa. ... Gute Laune kann anstecken, schlechte aber auch. |
| | Bei uns sei aa de Astreichr Molr. ... Bei uns sind auch die Anstreicher Maler. |
| | S gibt aa Astreichr, die Kinstlr sei. ... Es gibt auch Anstreicher, die Künstler sind. |
| | ... dos sah iech asuh. ... ... das sehe ich auch so. |
| | ... dos sah iech asuh. ... ... das sehe ich auch so. |
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atatschn |
betatschen; befingern, berühren, betasten <Verb> |
| | ... olles arscht atatschn. ... ... alles erst betatschen. |
| | Manche neie Händys hamm gar keene Tastn, do musste dos Displee atatschn. Das heeßt dann "Tatschskrien"! ... Manche neue Handys haben gar keine Tasten, da musst du das Display berühren. Das heißt dann Touchscreen. |
| | Nu darfr bein TÜV nochmol atraatn ... ... Nun darf er beim TÜV nochmal vorfahren ... |
attln |
wirres Zeug bzw. Unsinn reden und tun; wild gestikulieren <Verb> auch ↗Geattl |
| | Ihr attlt doch bluß rim, dos ward doch nischt Genaus. ... Ihr macht doch nur wirres Zeug, das wird doch nichts Genaues. |
Atzn, dr |
großes Stück |
| | e Atzn Flaasch ... ein großes Stück Fleisch |
| | Bei uns ward olles aufgehubm. ... Bei uns wird alles aufgehoben. |
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aufgezugn |
aufgezogen; etwas aufgespannt; etwas spannen (Feder); etwas großgezogen; aufmarschiert; provoziert, veralbert |
| | De Starn sei aufgezugn. ... Die Sterne sind aufgezogen. |
| | Haste aa dein Weckr aufgezugn? ... Hast du auch deinen Wecker aufgezogen (gestellt)? |
| | Dar hot sein Gung allaa aufgezugn. ... Der hat seinen Sohn allein aufgezogen. |
| | Nu hammse diech abr wiedr aufgezugn. ... Nun haben sie dich aber wieder geärgert. |
| | Iech bie glei fartsch, noch aane Aufgob. ... Ich bin gleich fertig, ich habe nur noch eine Aufgabe zu lösen. |
aufklahm 2 |
aufheben, aufsammeln, aufklauben <Verb> |
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aufnamme |
aufnehmen; etwas vom Boden aufnehmen; einen Film aufnehmen (aufzeichnen); etwas verstehen <Verb> |
| | Iech war en Rucksack aufnamme, du de Tasch. ... Ich werde den Rucksack aufnehmen, du die Tasche. |
| | Dan Film missmor aufnamme. ... Diesen Film müssen wir aufnehmen (aufzeichnen). |
| | Iech kaa heit nischt meh aufnamme ... ... Ich kann heute nichts mehr aufnehmen (verstehen). |
| | Iebr olles missn die siech aufreeng. ... Über alles müssen die sich aufregen. |
| | Du rechst miech net auf - du net! ... Du regst mich nicht auf - du nicht! |
auftakln, sich |
sich auffällig anziehen, sich (übertrieben) schick machen <Verb> [kleidung] |
| | Su aufgetaklt geng iech net. ... So augetakelt ginge ich nicht. |
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auftreing |
Wasser vom Fußboden auftrocknen, Geschirr abtrocknen |
| | Tu mol die Pfitz auftreing. ... Mach mal die Pfütze weg. |
| | in an Aufwosch ... mit einem Mal [zeiten] |
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aufwurzln |
aufwurzeln; auf den Putz oder auf die Pauke hauen, dass es bis in die Wurzeln zu spüren ist |
| | Heit ward aufgewurzlt, dass de Heide wacklt. ... Heute hauen wir auf den Putz, dass die Heide wackelt (auch die Wurzeln mit). |
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aufzieh |
1. nach oben ziehen, etwa zum Öffnen; 2. ein Uhrwerk mit Feder aufziehen; 3. (umgangssprachlich) jemanden necken, provozieren |
| | Dos is zugeschwaaßt, do musste arscht die Folie aufzieh. ... Das ist zugeschweißt, da musst du zuerst die Folie aufziehen. |
| | Loss diech doch net esu aufzieh. ... Lass dich doch nicht so necken. |
Augustr, de |
die Augustäpfel (Klaräpfel - sie werden im August reif) |
| | Habtr schu Augustr? ...Unnre sei noch grie! ... Habt ihr schon Klaräpfel? ...Unsere sind noch nicht reif! |
| | Die Auktschon gieht noch paar Tog. ... Die Auktion läuft noch ein paar Tage. |
ausbäe, sich |
sich am Ofen wärmen <Verb> |
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ausbodn |
ausbaden; die Folgen tragen für etwas, was man selbst oder (häufiger) ein anderer verschuldet hat <Verb> |
| | Dos musste salbr ausbodn. ... Das musst du selbst ausbaden. |
| | Na, haste diech ausgebuudst? ... Na, hast du ausgeschlafen? |
| | miech hots daamisch ausgedammt ... ich bin arg verunglückt |
| | Die zwee sei fei schu lang ausenannr. ... Die zwei haben sich schon lange getrennt. |
| | Dan Droht kaaste salbr ausfitzn. ... Den Draht kannst du selst ausfitzen (entwirren). |
| | Uff dan Kassnzettl stieht olles, dos missn mr nu ausfitzn. ... Auf dem Kassenbon steht alles drauf, das müssen wir nun aussortieren. |
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ausfläumln |
feine Strukturen auseinandernehmen (Flaum -Flaumfedern, feines Haar-) <Verb> |
| | Dos kaste salbr ausfläumln, dos is nischt for miech. ... Das kannst du selbst regeln, das ist nichts für mich. |
| | Dan Gung hotr ausgehaa, dobei misstr salbr Drasch krieng. ... Den Jungen hat er ausgehauen, dabei müsste er selbst Prügel bekommen. |
| | Die sei ausgeneht, pass bissl auf! ... Pass auf, dass sie dich nicht ausnutzen. |
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aushookn |
aushaken; 1. durch Lösen des Hakens öffnen, losmachen; loshaken; 2. sich aus der Verhakung lösen; 3. (umgangssprachlich) jemand versteht, begreift die Handlungsweise eines anderen nicht, hat kein Verständnis dafür; völlig aus dem Konzept kommen; Geduld ist zu Ende, jemand verliert die Nerven |
| | 1. Arscht aushookn, dann gieht dr Rucksack runnr. ... 1. Ers den Haken öffnen, dann geht der Rucksack herunter. |
| | 2. Itze hot siech dar Segelflieschr ausgehookt. ... Jetzt hat sich der Segelflieger ausgehakt. |
| | 3. Wenn iech suwos här, dann hookts bei mir aus. ... 3. Wenn ich so etwas höre, dann hakts bei mir aus. |
| | Bei dan tots aushookn, dar vorlur de Narvn un bleeket ne aa. ... Bei ihm hakte es aus, er verlor die Nerven und schrie ihn an. |
auslatschn |
untreu sein, ehelichen Seitensrpung machen <Verb> |
| | Dei Nachbar tut aa auslatschn. ... Dein Nachbar ist auch untreu. |
Ausloong, de |
Schaufenster [Auslagen für Waren] auch Auslooch |
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Ausnahm, de |
Ausnahme; Abweichung von der geltenden Regel; Sonderfall |
| | Bei dir mach iech mol ne Ausnahm. ... Bei dir mache ich mal eine Ausnahme. |
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ausputzn |
ausbeuten; etwas restlos entleeren <Verb> |
| | Dar is ze gut, dan warn se abr ausputzn. ... Der ist zu gutmütig, de werden sie aber ausbeuten. |
| | Mechste in Puddingtopp ausputzn? ... Möchtest du den Puddingtopf ausputzen? |
| | Du wolltst mr doch aa en Schwibbuung aussaagn ... ... Du wolltest mir doch auch einen Schwibbogen aussägen ... |
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ausschirn |
ausscheren, aus der Spur geraten, schlapp machen <Verb> |
| | Dan hots ganz schie augeschirnt. ... Der ist ganz schön aus der Spur geraten (er hat schlapp gemacht). |
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außnrim |
außenrum; außen (um etwas Bestimmtes) herum |
| | Mor giehe heit mol außnrim. ... Wir gehen heute mal außen herum. |
| | Dr Wind knallt de Tier zu, dr Schlissl drinne, dos Aussparrn war teier. ... Der Wind knallt die Tür zu, der Schlüssel war drin, dieses Aussperren war teuer. |
| | Nu musste dos Kissn noch ausstoppn. ... Nun musst du das Kissen noch ausstopfen. |
| | <tiftlt aus, tiftlte aus, hat ausgetiftlt> ... Konjugation von austiftln |
| | ne Barr auswachsln ... eine Glühbirne auswechseln |
| | Iech hob dos auswennisch gelarnt, do vergass iechs net. ... Ich habe es auswändig gelernt, da vergesse ich es nicht. |
| | Dann Baumarkt kenn iech innewennisch und auswennisch. ... Diesen Baumarkt kenne ich in- und auswändig. |
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auszähnge |
auszeichnen; Markierung anbringen (Preisschild); Auszeichnung verleihen <Verb> |
| | Heit wolltst du de Preise auszähnge. ... Heute wolltest du die Preise auszeichnen. |
| | Dar ist gut, dan solltn se auszähnge. ... Der ist gut, den sollten sie auszeichnen. |
| | De Blietn warn harrlich azesah. ... Die Blüten waren herrlich anzusehn. |
| | <azettln, zettlte a, hat agzettlt> ... Konjugation von azettln |
Aziehzeich, is |
Bekleidung, Anziehsachen = etwas zum Anziehen |
| | Wu haste dee dan altvatrischen Azuch har? ... Wo hast du denn den altmodischen Anzug her? |
Azucht, de |
die Anzucht (zur Entwässerung von Tiefkelleranlagen) |
| | De Kallrazucht (Kallrschleis) is schu wiedr vrstoppt. ... Die Kelleranzucht (Kellerschleuse) ist schon wieder verstopft. |
azwitschrn |
sich Mut antrinken, generell auch Alkohol trinken [wörtlich anzwitschern] <Verb> |
| | Bvorer zer Lies naufging, hotr sich an agezwitschrt ... Bevor er zur Liese ging, hat er sich Mut angetrunken [vergnuegen, speisen, trinken] |
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