Dor klaane Prinz auf Erzgebirgisch

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B wie Blaubeer

Sei die noch rut, dann sei se noch grie

Wos machen mir, wemmer wos backen? Mer wesses aafach net. Is kennt e Kuung warn oder ne vulle Reisetasch. Zwischen dan Buchstahm "b" un "p" tune mir net unnerscheiden. Mor muss da schie e bissel genauer hiehern, damiet dos klor werd.



Baa, is <))
Bein
<is Baa, de Bee>

Baabe, de
runder meist geriefter Napfkuchen, mit oder ohne Schokoladenglasur [essen]
Ehne Baabe ward halt net esu schnell altbacken. ... Ein Napfkuchen wird nicht so schnell altbacken.

Baam, dr <))
Baum <dr Baam, de Baame od. de Baamer od. de Baim>
Dar sieht en Wald vur lautr Baam net. ... Der sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Baumkuchen
Baamkuhng bringste net salbr. ... Baumkuchen kann man nicht selber backen.

baumwollen <Adjektiv>
De baamwullne Unnrwäsch is mor liebr. ... Die Unterwäsche aus Baumwolle ist mir lieber.

Baanle, de
dünne Beine

Bachl, is <))
kleiner Bach, Rinnsal [wörtlich: Bächlein] <))

Backs, dr <)) <))
Gericht aus gekochten Kartoffeln (siehe auch Rauchemad)
Backs gieht eefach, fix ... un schmeckt aa nuch. ... Bax geht einfach, schnell ... und schmeckt auch noch.

Bännl, is
das Bändchen
Dar Hund hot e Bännl dra. ... Der Hund hat ein Bändchen dran. (Halsband)

überrascht sein
Nu bie iech abr baff. ... Nun bin ich aber überrascht.

Bagasch, de <))
Gesindel

Bahnl, is
die kleine Bahn (das Bähnlein)
Mr fahrn mitn Bahnl noch Othal. ... Wir fahren mit der Fichtelbergbahn nach Oberwiesenthal.

Bahnr, dr
Mitarbeiter bei einem Bahnbetrieb
Stroßnbahnr ... Straßenbahner (arbeiten bei der Straßenbahn)
Eisnbahnr; Modelleisnbahnr ... Eisenbahner; Modelleisenbahner

Schneepflug - früher ein Pferdeschlitten mit Schneepflug vorne, der "Bahn" macht [wetter]
'S ward Winter, in Öbergeyer musst schie dr Bahschlieten fahrn. ... Es wird Winter, in Obergeyer musste schon der Schneepflug fahren.

bald
kumm ball wiedr <)) ... komm bald wieder

Balln, is
das Ballspielen
Passt bein Balln bluß of de Fanstr auf! ... Passt beim Ballspielen bloß auf die Fenster auf!

neugierig zuschauen, neugierig gucken [wörtlich: balen]
dr Mittelbacher Bal ... Einwohner von Mittelbach (Westrand Chemnitz), der herumsteht und schaut
Wos balstn su? <)) ... Was schaust (stierst) du so?

Bambis, Bambs <))
Kartoffelpuffer (siehe auch Fratzn) [essen]

Bamml, dr <))
Bange, Angst, Furcht
Vor dann Tog hob iech en Bamml! ... Vor diesem Tag habe ich Angst!

dicker Brei [essen]
Ardäppelbamstrich ... Kartoffelbrei

Klobürste [haus]
Ne Barberüpel muss mer namme zen Abtritt rahne machen ... Mit der Klobürste muss man das WC sauber machen

barfuß <Adjektiv>
Dos stachlt abr bestimmt, wenn de su barbsch uff die Staa trittst. ... Das stachelt aber bestimmt, wenn du barfuß auf die Steine trittst.

Barch, dr <))
Berg <))
<dr Barch, de Berch>

barfüßig, barfuß <Adjektiv>

barfüßig, barfuß <Adjektiv>
Laaft barfissich im Gros, dos is ganz gesund. ... Lauft barfuß im Gras, das ist sehr gesund.

bergein, bergab
Bargei giehts fixr als bargauf. ... Bergab geht es schneller als bergauf.

Bargl, is
kleiner Hügel, kleine Anhöhe, kleiner Anstieg
Ne Bargl nauf ... Den Hügel hinauf ...

Bermsgrün (Ort im Westerzgebirge) [gemeinden]

Barn, de
die Birnen
De Barn hammr eigekocht. ... Die Birnen haben wir eingekocht.
Die Gliehbarr is dorch. ... Diese Glühbirne ist durchgebrannt.

Bärenstein im oberen Erzgebirge ; auch Barnstaa [gemeinden]

Barscht, de <))
Bürste (Berscht)
Namm doch de Schuhputzbarscht! ... Nimm doch die Schuhbürste!
Die Fraa is ne Barscht, ne richtsche Kratzbarscht. ... Die Frau ist eine Bürste, eine richtige Kratzbürste.

kleine Bürste

Basn, dr <))
Besen <dr Basn, de Basn>

beten <Verb>
In dr Kor musstn mr batn. ... In der Kurve mussten wir beten.

Battl, is <))
unnützes Zeug
Bluß Battl und Gerumpel in deiner Schupp! ... Bloß unnützes Zeug und Gerümpel in deinem Schuppen!

 NEU Battlmaadl, is
simples Kartenspiel (wörtlich Bettel Mädchen)
Iech bie kaa Kartenspieler, aber Battlmaadl breng sugar iech. ... Ich bin kein Kartenspieler aber das bring sogar ich.

betteln <Verb>
Die Kinnr battln in Lodn egal waang dan Zuckrgefrass. ... Diese Kinder betteln im Laden immer wegen der Süßigkeiten.

Battlr, de
Bettler [aussehenlebensartbesitz]
Manche Battlr sei warklich arm dra. ... Manche Bettler sind wirklich arm dran.
Battlr missn siech net schame ... bluß die, die se dorzu gemacht hom. ... Bettler müssen sich nicht schämen, nur die, die sie dazu gemacht haben.

Bauchnabel [koerper]
Is Wassr war net tief, dos ging bluß bis zen Bauchkneppl. ... Das Wasser war nicht tief, das ging bloß bis zum Bauchnabel.

Bauhehm, is
Richtfest [wörtlich: Bauheben]

beobachten, ansehen, verfolgen <Verb> [zeitwoerter]
Iech hob dos ene Weile beabsolviert, dann wur morschs schlacht. ... Ich habe das eine Weile mit angesehen, dann wurde mir schlecht.

Beck, dr <))
Bäcker

bedeuten <Verb> [zeitwoerter]
For uns is dos Kunst, dr Molr wess abr, wos dos bedeitn soll. ... Für uns ist das Kunst, der Maler weiß aber, was das bedeuten soll.

beide [mengen]
Dos warn beede, net bluß dar enne. ... Das waren beide, nicht bloß der eine.

bömisch
Meine Om kimmt ausn Beemschn. ... Meine Oma kommt aus Böhmen.
Beemschs Bier un beemschs Assn, do ka iech miech glatt vrgassn. ... Böhmisches Bier und böhmisches Essen, da kann ich mich glatt vergessen.

laut weinen <Verb> [befindenangstgefuehlezeitwoerter]
här bal auf ze beeng! <)) ... Höre bald auf zu weinen!

Beefsteak; auch: Frikadelle, Klops, Bulette, Fleischkloß [essenspeisen]

begnügen <Verb> [zeitwoerter]
Mir begniegn uns mit en Glos Wassr. ... Wir begnügen uns mit einem Glas Wasser.

handhaben, mit etwas umgehen <Verb> [zeitwoerter]
Kaast dee du dos gruße Motorrod behantiern? ... Kannst denn du mit diesem großen Motorrad umgehen?

ein Dampfbad nehmen; scherzhaft auch eine Zigarette rauchen [wörtlich: bähen]

Brot rösten (auch behn)
Mach dr ne Behbemm! S Brut eefach behn. ... Mach dir eine Röstschnitte mit Butter, Knoblauch und Salz.

übers Ohr hauen; betrügen [wesenszuggeschickgeldzeitwoerter]
Behumsn lossn mir uns net. ... Betrügen lassen wir uns nicht.

 NEU beißet
beißend, scharf, stechend, unangenehm (meist in Verbindung mit Geruch verwendet)
Uff dein Abee riechts aber beißet. ... Auf deinem Klo 🚽 riecht es streng.

 NEU Beisszang, de

beuteln, schütteln, schwer treffen <Verb> [befindenangstschmerzzeitwoerter]
Wies dan gebeitlt hot ... ... Wie es den geschüttelt hat ...

beleuchten <Verb> [zeitwoerter]
Die Stroß wolln se itze mit LED belechten. ... Die Straße will man jetzt mit energiesparenden LED beleuchten.

belügen <Verb> [zeitwoerter]
Mir markn, wenn mor uns beliegn will. ... Wir merken, wenn man uns belügen will.

beladen <Verb>

bemühen, kümmern <Verb> [zeitwoerter]
Se wolln siech bemiehe? Na mol sah! ... Sie wollen sich bemühen? Na mal sehen ob das klappt!

Brotbüchse
De Bemmbichs liescht noch drham. ... Die Brotbüchse liegt noch zuhause.

Bemme1, de <))
Schnitte, Brotscheiben
Haste de Bemme eigepackt? ... Hast du deine Schnitten eingepackt?

Bemme2, de
Autoreifen
Mit dan Bemme willste zen TÜV? - Nee, zur DEKRA.. ... Mit diesen Reifen willst du zum TÜV? - Nein, zur DEKRA:

betrunken, beschwipst [nicht klar sehen können, wie durch Nebel] [kopfgefuehletrinken]
Ee Glos, do war iech schu benablt. ... Ein Glas ... und ich war schon betrunken.

das Benehmen
Benammetät hatt dar noch nie. ... Benehmen hatte der noch nie.

das Benehmen
Dar hot kaane Benammnis! ... Der hat kein Benehmen!

bereuen <Verb> [zeitwoerter]
Is gibt nischt ze bereie, is Lahm is ahm su. ... Es gibt nichts zu bereuen, das Leben ist nun mal so.

beredet, besprochen
Dos hamm mir doch berett! ... Das haben wir doch besprochen.

Berschl, is <))
Bürschchen, frecher Junge
Dos Berschl knepp iech mr abr vir! ... Das Bürschchen knöpfe ich mir aber vor!

Berscht, de <)) <))
Bürste
de Rotzberscht <)) ... Schnurbart [kopf]
de Zahberscht <)), is Zahberschtl <)) ... Zahnbürste
Berschten miet derbe Borschten berschten besser als wie Berschten miet waache Borschten berschten. ... Zungenbrecher: Bürsten mit harten Borsten bürsten besser als Bürsten mit weichen Borsten.

beschlagen; mit einem Beschlag versehen; mit einer dünnen Schicht überzogen
Is Pfar muss noch beschlong warn. ... Das Pferd muss noch beschlagen weerden.
Iech sah gor nischt, meine Brill is beschlong. ... Ich sehe gar nichts, meine Brille ist beschlagen.

in etwas erfahren sein, sich auskennen <Adjektiv> [geschick]
Dar wär beschlong? Nee: bekloppt issr. ... Er wäre angeblich beschlagen, nein: er ist bekloppt. [intelligenz]

genau ansehen, neugierig betrachten, erwägen, überdenken, überschlafen [wörtlich beschnarchen]
Su fix gieht dos net, dos missmr arscht richtsch beschnorgn. ... So schnell geht das nicht, das müssen wir erst richtig überdenken.

besudln, sich <))
sich bekleckern, sich beim Essen beschmutzen <Verb> <)) [mahlzeitzeitwoerter]
<besudlt sich, besudlte sich, hat sich besudlt> ... Konjugation von besudln

besonders
Besunnersch dar muss siech aufregn. ... Besoders (gerade) er muss sich aufregen.

tagsüber [wörtlich bei Tage]
Mir machn morgn wettr, betog siste meh. ... Wir machen morgen weiter, tagsüber siehst du mehr.

Bettwäsche
Is Bettzeich missmor mietbrenge. ... Bettwäsche müssen wir mitbringen.

betrinken <Verb>
Muss mor siech esu betudeln? ... Muss man sich so sinnlos betrinken?

Bewee, is <))
Küchenzeile, Küchenschränke; Schanktisch [wörtlich: Büfett]
De Tippln stieh im Bewee, glei vorn dra! ... Die Tassen stehen im Küchenschrank, gleich vorn!

Bewegung
De Beweschung is su wie de Verpfleschung. ... Die Bewegung ist so wie die Verpflegung.

beizeiten, rechtzeitig
Mr hattn Sitzplatz, wall mr bezeitn do warn. ... Wir hatten Sitzplätze, weil wir rechtzeitig da waren.

bezahlen <Verb>
Mir missn noch bezohln. <)) ... Wir müssen noch zahlen.

bezwecken <Verb>
... un wos bezwackn die dormiet? ... ... und was bezwecken sie damit?

Bibbus, dr
etwas Kleines, kleines Teil
Steck noch dan Bibbus in die Ees, fartsch. ... Steck noch das kleine Teil in die Öse, fertig.

Bichl, is <))
Buch <is Bichl, de Bichr>
Hattst dos Bichl abr fix durch! ... Du hast das Büchlein aber schnell durchgelesen!

Bichrlodn, dr <))
Buchladen, Buchhandlung

bin; auch: sei
Iech bie glei wiedr do. ... Ich bin gleich zurück.

Biech, de
Kurve
Mach bluß de Biech! ... Kratz die Kurve!

Petze
Du alde Biedlgusch! ... Du alte Petze!

petzen, verraten, anschwärzen <Verb>
Dos kaaste wiedr ahbiedn. ... Das kannst du wieder petzen.

Pöhlberg, 832 m, Berg zwischen Annaberg und Königswalde. [orte]
Dr Bielbarg liecht zwischen Annebarg un Kinneschwall ... Der Pöhlberg liegt zwischen Annaberg und Königswalde.

böse <Adjektiv>
Dos war ne biese Iebrraschung. ... Das war keine gute Überraschung.
Muss iech arscht bies warn? ... Muss ich erst wütend werden?
Du hast abr enne biese Schwast. ... Du hast aber eine böse Schwester.
Mit mein biesn Fuß kaa iech net ins Wasser. ... Mit meinem entzündeten Fuß kann ich nicht ins Wasser gehen.

Biez, de
Brust
Haste die Biezn gesah - ob die echt sei? ... Hast du die Brüste gesehen - ob die echt sind?

ein bisschen
Rengts? - Net sehr, bluß e bill. ... Regnet es? - Nicht sehr, bloß ein bisschen.

bellen <Verb>
Dar Hund, die dumme Sau, billt in ganzn Tog. ... Der Hund bellt den ganzen Tag.

Bimml, de <))
die Bimmel (die Glocke)
de Bimmelbah <)) ... die Bimmelbahn; Kleinbahnzug mit heller Warnglocke

Bind, de
Binde
Bei dar Wund missn mor schu ne Bind namme, Pflastr räächt net. ... Bei dieser Wunde müssen wir schon eine Binde nehmen, ein Pflaster reicht nicht.

Bindfaden
Haste warklich kenn Bindfodn? ... Hast du wirklich keinen Bindfaden?

Binne, de <))
Bienen
Binnehunig <)) ... Bienenhonig

Binnl, is <))
Bündel
e Binnl Reissch <)) ... ein Bündel Reisig

flüstern, leise reden <Verb>
Brauchst net esu zu bischbern, iech will dos gar net härn'. ... Du brauchst nicht so flüstern, ich will das gar nicht hören.

bisschen

Bitlich, dr
der Bückling (geräucherter Hering)
Haa dann Bitlich wag, du willst wuhl ne Fischvrgifting krieng! ... Wirf den Bückling weg, du willst wohl eine Fischvergiftung kriegen!

bitzeln, kleine Stücke von etwas abschneiden <Verb>
Nu hom die dos Foto zrbitzlt. ... Nun haben sie das Foto in kleine Stücke zerschnitten.

Blaatel, is <))
die Zeitung, Mitteilungsblatt (z. B. einer Gemeinde, Stadt) {Blādǝl}
Dos stand aber im Blaatel! <)) ... Das stand aber in der Zeitung!
Su wos gehert nei ins Blaatel. ... So etwas gehört ins Mitteilungsblatt.
Is hot gruß un braat im Blaatel gestanden. ... Das hat ganz offensichtlich im Mitteilungsblatt gestanden. (als Vorwurf, wie man das übersehen konnte)
Heit stieht nischt Gescheits im Blaatel. ... Heite steht nichts von Relevanz im Mitteilungsblatt.

Blechbüchse
Du hast Blachbichs mit Blackbox vrwachslt. ... Du hast Blechbüchse mit Blackbox verwechselt.

blechen; bezahlen <Verb>
Dodrfier warste ganz schie blechn kenne. ... Dafür wirst du ganz schön blechen können.

Blaubeer, de <))
die Blaubeeren, Heidelbeeren
Wenn de Blaubeer rut sei, sei se noch grie. ... Wenn die Blaubeeren rot sind, sind sie noch grün (unreif).

bleibt es
Blebbts schie? ... Bleibt es schön?

blöd, dumm sein <Adj.> [intelligenz]
eweng dumm is scho schie, awr e su bleed is zeviel <)) ... extrem dumm sein [intelligenz]

lauter Aufschrei
en Bleekers mochn <)) ... laut aufschreien

Schreihals
Wos haast Bleekgusch, dar härt schlacht un redt ahm e bill lautr. ... Was heißt Schreihals, der hört schlecht und spricht eben etwas lauter.
Senne Fraa is abr aa su ne Bleekgusch! ... Seine Frau ist aber auch so ein Schreihals!

laut schreien oder weinen [wörtlich blöken] <Verb>

Schreihals
 ... Seine Frau spricht aber auch so laut!

bleiben <Verb>
Mr bleim do. ... Wir bleiben da.
Un zieht dr Arsch aa Faltn, mr bleim doch de Altn. ... Und zieht der Arsch auch Falten, wir bleiben doch die Alten.
Is blebt wies is. ... Es bleibt wie es ist. (Es wird nichts geändert.)
Die Plattn bleim aa drinne. ... Die Platten bleiben auch drin.

Blembe, de
Gesöff; Getränk mit schlechtem oder keinem Geschmack
Mit dar Blämbe kaste deine Gäst vortreibm. ... Mit diesem Gesöff kannst du deine Gäste vertreiben.

Bliet, de
Blüte
Eine schiene Bliet, do mecht mor glei ne Binn sei. ... Eine schöne Blüte, da möchte man gleich eine Biene sein.

 NEU Blietenstaab, dr
Blütenstaub
Enne Sauerei is dos jeds Gahr miet dann Blietenstaab. ... Jedes Jahr diese Schweinerei mit dem Blütenstaub.

Blietl1, is
kleine Blüte [wörtlich: Blütchen]

Blietl2, is
Pickel, Hautreizung [wörtlich: Blütchen, kleine Blüte]
Haste dos Blietl of dr Nos schu gesah? ... Hast du den Pickel auf der Nase schon gesehen?

schwindlich, unwohl; blau [frz. bleu mourant = blaßblau] [befinden]

Bliml, is <))
kleine Blume, Blümchen <is Bliml, de Blimln od. de Blimle>
Blimlkaffee ... dünner Kaffee (Kaffee, der so dünn ist, dass man die Blume auf dem Boden der Tasse sieht) oder Malzkaffee

Blimln, de <)) <))
kleine Blumen, Blümchen [Mehrzahl zu Bliml]
Itze haat dar uff dr Wies die schinn Blimln wag. ... Jetzt mäht der auf der Wiese auch die schönen Blümchen ab. [alter]
s zeing sich schi de Friedhufsblimln ... Haare ergrauen

Blos, de <))
Blase
<de Blos; de Blosn>
Iech hob wiedr Blosn an de Fiss. <)) ... Ich habe wieder Blasen an den Füßen.
Iech muss mol, de Blos drickt. ... Ich muss mal, die Blase drückt.
Dos zieht nuch Blosn! ... Das gibt noch ein Nachspiel!

blasen
De Musikr totn wunnrbar von Turm blosn. ... Die Musiker haben wunderbar vom Turm geblasen.
De Polezeier hamm olle agehaln, olle musstn se blosn wagn Alk.. ... Die Polizisten haben alle angehalten, sie mussten alle blasen wegen des Alkohols.

Zimmerpfanze generell, egal ob Blüten (Blumen) dran sind oder nicht. [pflanzen]
Eh Blumebaamel is ewos zum uff'n Fansterstock stellen, egal ob Bliemeln dra sei oder net.

bloß, nur
iech bies bluß <)) ... ich bin es bloß

unbedeckt, nackt
Esu bluß (nacksch) kaste net gieh, du hulstr en Tut. ... So bloß kannst du nicht gehen, du holst dir den Tod (du erkältest dich).

Rolle vorwärts [wörtlich: Bocksturz] (sportlich)
Iech kennt vur Fraad en Bocksterz machn. ... Ich könnte mich vor Freude kugeln.

einen Purzelbaum schlagen <Verb>

Bod, is
das Bad
War war dee zeletzt in Bod? ... Wer war den zuletzt im Bad?
Is eier Bod schu auf? ... Hat euer Freibad schon geöffnet?

baden <Verb>
frisch gebodn (frieher: mehstens freitichs) ... frisch gebaden (früher: meistens freitags)

Bolwier, dr <))
Herrenfriseur, Haarschneider bzw. Bartscherer [wörtlich: Barbier]
Bei dir verdient dr Bolwier abr nischt, du mit deinr Platte. ... Bei dir verdient der Friseur aber nichts, du mit deiner Glatze.

 NEU Booch, de
der (Dorf) Bach
Enne Draakbrieh in dr Booch. ... Ein schmutziges Wasser im Bach.

Nicht etwa ein Badeschaf, sondern... Ein dummguter Mensch [ausstrahlung]
Diech kenne se alle ausnutzen, du bist eh richtsches altes Boodschoof. ... Dich kann jeder ausnutzen, du bist ein richtig dümmlicher Gutmensch.

Burkhardtsdorf [gemeinden]

borgen, leihen <Verb>
Iech hob mei Portmonee vorgassn, tätste mor mol wos borng? ... Ich habe meine Geldbörse vergessen, könntest du mir mal etwas leihen?
Mir bezohln glei, geborscht ward net! ... Wir bezahlen sofort, geborgt wird nicht!

Borstwisch, dor <))
Handfeger, Besen; auch ungezogenes Kind

Drechsler

Bottn, de <))
große, kaputte, alte Schuhe od. Stiefel (Plural)

 NEU Braahmer, dr
Bremse, als stechendes Insekt (stammt vermutlich von Bremer)
Braahmer Stich tue fei ganz schie wieh. ... Bremsenstiche sind sehr schmerzhaft.

Braat, de
Breite
De Braat war ze klaa. (Is war ze schmol.) ... Die Breite war zu klein (Es war also zu schmal.)
De Brett von Lastr war ze gruß, do issr in dr Brick stacken gebliem. ... Die Breite des LKW war zu groß, da ist er in der Brücke stecken geblieben.

breitbeinig; mit gespreizten Beinen <Adjektiv>
Dar hot en braatbaanigen Gang, als kenntr vur Kraft net laafn. ... Der hat einen breitbeinigen Gang, als könnte er vor Kraft nicht laufen.

Breitenbrunn (Ort im Erzgebirge) [gemeinden]

brechen <Verb>
Schwere Zeitn brachn ah. ... Schwere Zeiten brechen an.

bringen <Verb>
Brängt mol ne Tiet Mahl miet! ... Bringt mal eine Tüte Mehl mit!

(bes. von Fleisch u. Fett) spritzend braten; brutzeln [wörtlich: brägeln]
Braglschwamme, gebragelte Schwamme ... In der Pfanne gebrutzelte Waldpilze

scharf sein auf; unruhig, aufdringlich [wörtlich: bremmerisch, brünstig]

scharf sein auf (siehe brammrich) [wörtlich: bremmig, brünstig]

Brams1, de <))
Stechfliege [tiere]

Brams2, de
Bremse (zum Anhalten)

bremsen <Verb>
Du musst bramsn! ... Du musst bremsen!

Bratsch, de <))
dicke, unförmige Frau; auch: Bratsche oder Viola, ein Streichinstrument mit dickem Bauch
su ne dicke Bratsch <)) ... so eine dicke Frau

sich hinsetzen und breit machen <Verb>
Glei vornedra homm se siech hiegebratscht. ... Gleich vorndran haben sie sich breit gemacht.

Bratt, is <))
Brett; übertragen auch für Tür
is Bratt ramochn <)) ... die Tür zumachen

Brattl, is <)) <))
Brettchen, kleines Brett
Schneidbrattl <)) <)) ... Schneidbrett

brauchen <Verb>
Mir braung nuch Brut. ... Wir brauchen noch Brot.

Breesln, de
die Brösel, kleine Krümel
Sammlbresl (Paniermahl) ... Semmelbrösel (Paniermehl)

breit <Adjektiv>
s loch viel Schnee, net huch aber breet ... es lag viel Schnee, nicht hoch aber breit

sehr weich [zu weich wie Brei] <Adj.>

Brick, de
die Brücke
Die baue ne neie Brick. ... Die bauen eine neue Brücke.

Briedr, de
Brüder
Dass die Briedr sei, markt mor abr net. ... Dass das Brüder sind, merkt man aber nicht.

 NEU Briehgusch, de
geschwätziger Mensch, der jede noch so intime Neuigkeit briewarm weiter verbreitet. Auch für Frauen mit breitem Mund 👄 verwendet. [ausstrahlung]
Bein Fotegrafiern sollt mer am besten "Soße" sogn, dass dr Mund net esu braat ward. Un wos hatt die ausversahe gesaht? Brieh ... ... Beim Fotografieren sollte man eher Soße sagen um einen spitzen Mund zu bekommen, nicht Brieh.
Manche Briehguschen könne ah de Brotworscht derquer nei namme.

Brietzl, dr <))
frecher, vorlauter oder auch aufgeweckter Kerl; auch einfältiger Mensch

Brih, de <))
Soße [wörtlich: Brühe]

sehr heiß [zu heiß wie Brühe] <Adj.>

Hohlkopf [kopf]

brennen <Verb>
Brinne die Barn wieder? ... Brennen die Glühbirnrn wieder?

 ÄND briwarm
frisch gebrüht, Neuigkeit erzählen
Dar mussts briewarm hietrogn, ahm ne alte Briehgusch. ... Der musste die Neuigkeit sofort hintragen.

beleidigt tun, nörgeln, leise vor sich hin murmeln, leise zanken, trotzig sich verteidigen <Verb>
Brockeniern hilft net, besser machn! ... Nörgeln hilft nicht, besser machen!
Weil se sitte Wut hatt, hot se en ganzen Wag ehamm in eenewag brockeniert. ... Weil sie solche Wut hatte, hat sie den ganzen Weg nach Hause vor sich hin geflucht.

Brotl, is <))
das Brötchen <is Brotl, de Brotln>
Dos Brotl is adlich, dos is vun gastrn. ... Das Brötchen ist adelig, das ist von gestern.

Brotn, dr
der Braten
Dr Brotn in dr Rehr is fartsch. ... Der Braten in der Backröhre ist fertig.

die Bratwurst
Bring mol von Fleeschr ne Brotworscht miet! ... Bring mal vom Fleischer eine Bratwurst mit!

Brombeere [essen]
Brotzlbeer haaßen bei uns ah Kratzbeer, weil die Streicher sette Stacheln ham. ... Brombeeren heißen bei uns auch Kratzbeeren weil die Sträucher viele Dornen haben.

Brud, dor <))
Bruder (siehe Kinner)
Mei Brud, mei Schwast un iech, mir halln zamm! ... Mein Bruder, meine Schwester und ich, wir halten zusammen!

Brudl, dr
Rauch, Qualm, Dampf [wörtlich: Brodel]
Ein Brudl in dr Waschküch! ... Ein Dampf in der Waschküche!

Brünlos (Ortsteil von Zwönitz) [gemeinden]

nachsitzen <Verb>
Iech musst arscht noch brumme. ... Ich musste erst noch nachsitzen.

Sturkopf; Schimpfwort für einen sturen, unbelehrbaren Menschen
Dar Brummochs ward net annersch. ... Dieser Sturkopf wird nicht anders.

Brut, is
Brot
is Brut is ganz neibackn ... das Brot ist ganz frisch

Brothobel (Vorläufer der Brotschneidmaschine)
Mit'n Bruthubel kasste schiene gleichmäßiche Bemme ohschneiden. ... Mit dem Brothobel gehen schön gleichmäßige Schnitten abzuschneiden. [mahlzeit]

etwas mit größter Ruhe tun, sehr langsam arbeiten <Verb>
Mir sei fartsch un die brutschn immr noch. ... Wir sind längst fertig und die haben die Ruhe drauf.

Bubrich, dor
(Ober) Boden im Haus [haus]
De Peremett schaffen mier übern Sommer nauf uff'n Bubrich, so haaßt in manniche Dörfer dor Ebrbudn. ... Die Pyramide kommt im Sommer auf den Oberboden.

dumpf donner <Verb>
Nee, su e Gewittr, hot dos gebubrt! ... Nein, so ein Gewitter, das hat ganz stark gedonnert.

Buchs, de <))
Hose, Unterhose

Bockau [gemeinden]

Buckl1, dr <))
kleiner Hügel [wörtlich: Buckel] [koerper]

Buckl2, dr <))
Rücken [wörtlich: Buckel] [koerper]

Bud, de <))
Bude, Stand <de Bud, de Budn>
de Budn vom Weihnachtsmarkt <)) ... die Buden vom Weihnachtsmarkt

Budn, dr <))
der Boden <dr Budn, de Bedn>
Iech sah im Glos en Budn. <)) ... Ich sehe im Glas den Boden.

bodenlos; abgrundtief; unglaublich, unerhört <Adjektiv>
Im Traam starztr in en budnlusn Abgrund. ... Im Traum stürzte er in einen bodenlosen Abgrund.
Su enne budnluse Gemäänhät! ... So eine bodenlose Gemeinheit!

wühlen, räubern <Verb>
Die Gunge buhln schu wiedr uffn Ebrbudn rim. ... Die Jungs wühlen schon wieder in den Sachen auf dem Dachboden herum.

großer, hagerer Mensch [wörtlich: Bohnenstange]
de Buhnestang do driem <)) ... der große, hagere Mensch dort drüben [gestalt]

großer, starker Mann
hast du dan Bullmiss dort gesaah? ... hast du den großen starken Kerl gesehen?

Bummel1, dr <))
der Bummel (Spaziergang, Einkaufstag)
Dos war e schiener Bumml. <)) ... Das war ein schöner Spziergang (Bummel).

Bummel2, de <))
Bommel (an der Kleidung) [frz. Pompon]
Setz de Bummelmitz auf! <)) ... Setz die Bommelmütze auf!

Bommelmüzte (siehe Bummel, auch Pudelmitz)

gemütlich spazieren, einkaufen <Verb>

Bund, dr
Im übertragenen Sinne Geduld [befinden]
Nu is aber dr Bund aus!! ... Ich bin mit meiner Geduld am Ende!!

Bunne, de
die Bohnen
De gestecktn Bunne sei bei uns noch net aufgange. ... Die gesäten Bohnen sind bei uns noch nicht aufgegangen.

 NEU Bunnekaffee, dr
Bohnenkaffee (der normale Kaffee aus der Kaffeebohne) Im Gegensatz zum Kaffee Ersatz Muckefuck

Burlniss, de <))
Erdnüsse <Pl. von Erdnuss>

Speise aus geriebenen rohen, manchmal auch noch gekochten Kartoffel und Buttermilch [speisen]

Buung, dr <))
Bogen {Būŋ}
dr Geingbuung <)); dr Reengbuung <)) ... der Geigenbogen; der Regenbogen

kleine Ruhepause machen; dösen, schlafen <Verb>
Wenns des soot hast, kaste doch erscht ewing buzeln. ... Wenn du es satt hast, kannst du dir doch erst mal eine Ruhepause gönnen.